16,2 Millionen Euro für Forschung und Infrastruktur: Mit dem symbolischen Spatenstich startet der Bau einer neuen Prüfhalle mit angeschlossenem Laborgebäude am Campus Technikerstraße. Die Fertigstellung ist für September 2027 geplant.
Die Universität Innsbruck erhält eine neue Infrastruktur für experimentelle Forschung, Prüfleistungen und Zertifizierungen. Mit dem heutigen Spatenstich beginnt die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) mit der Erweiterung der Technischen Versuchs- und Forschungsanstalt (TVFA) am Campus Technikerstraße. Das Projekt umfasst eine neue Prüfhalle und ein angeschlossenes Laborgebäude und soll die räumlichen Voraussetzungen für anspruchsvolle Forschungs- und Prüfvorhaben verbessern.
„Forschung braucht auch exzellente Infrastruktur. Mit diesem neuen Universitätsgebäude errichten wir räumliche und technische Voraussetzungen, damit die TVFA ihre Aufgaben in Forschung, Prüfung und Zertifizierung auch künftig unter konkurrenzfähigen Bedingungen wahrnehmen kann“, betont Christine Dornaus, Geschäftsführerin der BIG. Insgesamt investiert die Bundesimmobiliengesellschaft rund 16,2 Millionen Euro in das Projekt und damit gezielt in den Wissenschaftsstandort Tirol.
Auch für die Universität Innsbruck bedeutet der Neubau einen wichtigen Entwicklungsschritt. „Wir freuen uns, die leider aktuell beengten Raumverhältnisse unserer Technischen Versuchs- und Forschungsanstalt mit diesem Zubau um rund 1.800 Quadratmeter erweitern zu können“, erklärt Manfred Lechner, Vizerektor für Infrastruktur der Universität Innsbruck. Die Erweiterung sei insbesondere für die Fakultät für Technische Wissenschaften von großer Bedeutung. Ein wesentlicher Anteil der Baukosten werde direkt von der Universität getragen.
Die Bedeutung des Vorhabens für den Forschungsstandort unterstreicht auch Landesrätin Cornelia Hagele, zuständig für Gesundheit, Pflege, Bildung, Wissenschaft und Forschung. „Wissenschaft und Versuch gehören zusammen. Die moderne Forschung führt täglich zu neuem Wissen – experimentelle Versuche wiederum machen diese neuen Erkenntnisse empirisch überprüfbar.“ Die neue Prüfhalle schaffe dringend benötigten Raum für Forschung am Puls der Zeit und eröffne zusätzliche Möglichkeiten, insbesondere bei der Weiterentwicklung von Baumaterialien und im Ingenieurwesen.
Elisabeth Mayr, für Bildung zuständige Vizebürgermeisterin der Stadt Innsbruck, sieht in der Investition ebenfalls ein wichtiges Signal: „Diese Erweiterung der Technischen Versuchs- und Forschungsanstalt ist ein wichtiges Signal für den Wissenschafts- und Innovationsstandort Innsbruck.“ Sie stärke die Technischen Wissenschaften und schaffe neue Möglichkeiten für den Wissenstransfer in die Wirtschaft sowie für künftige Generationen von Forschenden.
Neue Infrastruktur für anspruchsvolle Prüfungen
Der Ausbau umfasst eine neue Prüfhalle und ein Laborgebäude, die direkt an die bestehenden Prüf- und Laborflächen der TVFA angebunden werden. Die flexibel nutzbare Halle soll unterschiedliche Anforderungen der experimentellen Forschung erfüllen und durch moderne Laborflächen ergänzt werden.
Das Herzstück bildet ein sechs mal 24 Meter großes Aufspannfeld, auf dem künftig konstruktive Ingenieurbauteile geprüft werden können. Eine Krananlage ermöglicht die Handhabung großer und schwerer Versuchskörper. Zusätzlich ist eine Klimakammer vorgesehen, in der insbesondere Holzversuchskörper unter kontrollierten Temperatur- und Feuchtigkeitsbedingungen konditioniert werden können.
Das angeschlossene Laborgebäude wird sowohl mit der neuen Prüfhalle als auch mit dem bestehenden Labortrakt der Universität verbunden. Geplant sind unter anderem Bereiche für experimentelle Untersuchungen, Messgeräte und Maschinen sowie moderne Arbeitsplätze.
Die Fertigstellung des Neubaus ist für September 2027 vorgesehen.
Architektur verbindet Funktionalität und Städtebau
Dem Bauvorhaben ging ein EU-weiter, offener, einstufiger Realisierungswettbewerb voraus. Das Preisgericht zeichnete das Innsbrucker Architekturbüro F70architekten mit dem ersten Preis aus. Das Siegerprojekt überzeugte durch die Verbindung von funktionalen Anforderungen und städtebaulicher Einbindung in den Campus Technikerstraße.
Auch ökologische Aspekte wurden berücksichtigt: Das neue Universitätsgebäude wurde nach dem Energiestandard klimaaktiv GOLD geplant. Damit verbindet das Projekt den Ausbau der Forschungsinfrastruktur mit einem Anspruch an energieeffizientes und nachhaltiges Bauen.
Im Bild: Geschäftsführerin der BIG, Christine Dornaus, Cornelia Hagele, Landesrätin für Bildung, Wissenschaft und Forschung, Elisabeth Mayr, Vizebürgermeisterin von Innsbruck und Manfred Lechner, Vizerektor der Universität Innsbruck (v.l.)/c-Universität Innsbruck