Vom Zillertal nach Damaskus: Engelbert Kolland bekommt sein eigenes Museum

In Zell am Ziller beginnt ein besonderes Gedenkjahr: Am Samstag, 15. August, wird das neue Engelbert-Museum feierlich eröffnet. Gleichzeitig startet das Engelbert-Jahr, das am 21. September 2027 mit dem 200. Geburtstag des heiligen Engelbert Kolland endet. Die Informationen stammen aus einer Meldung von Kathpress.

Das Museum befindet sich in einem historischen Haus, das ursprünglich aus der ehemaligen Gemeinde Rachau bei Knittelfeld stammt. Dort hatten die Eltern des späteren Heiligen zeitweise gelebt. Das Gebäude wurde abgetragen und in Zell am Ziller wiedererrichtet. Vier Ausstellungsräume widmen sich der Ewigen Anbetung, dem Leben und Wirken Engelbert Kollands, der Zillertaler Kirchengeschichte sowie der heutigen Verehrung des Heiligen.

Engelbert Kolland, mit Taufnamen Michael, wurde am 21. September 1827 in Ramsau im Zillertal geboren und einen Tag später in Zell am Ziller getauft. Nach seiner Ausbildung in Salzburg trat er in den Franziskanerorden ein und nahm den Ordensnamen Engelbert an. 1851 wurde er in Trient zum Priester geweiht.

Als sprachbegabter Ordensmann folgte Kolland seiner Berufung als Missionar ins Heilige Land. Ab 1855 wirkte er vor allem in Damaskus. Während der Christenverfolgungen von 1860 weigerte er sich, seinem Glauben abzuschwören. Am 10. Juli 1860 wurde er gemeinsam mit sieben franziskanischen Mitbrüdern ermordet.

Kolland wurde 1926 seliggesprochen und 2024 von Papst Franziskus heiliggesprochen. In Zell am Ziller ist er seit 1986 zweiter Pfarrpatron. Das Engelbert-Jahr verbindet mehrere Jubiläen: Am 10. Oktober wird das 100-jährige Jubiläum seiner Seligsprechung begangen, bevor 2027 sein 200. Geburtstag gefeiert wird.

Eine besondere Rolle im neuen Museum spielt die Ewige Anbetung, die es in Zell am Ziller seit 2015 gibt. Seit mittlerweile elf Jahren wird dort rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche gebetet. Rund 200 Frauen und Männer zwischen 18 und 97 Jahren übernehmen feste Gebetszeiten. Bis zum 15. August kamen mehr als 96.421 Anbetungsstunden zusammen.

Während der Corona-Zeit musste die Anbetung vorübergehend in andere Räumlichkeiten verlegt werden und fand zuletzt im Engelbert-Museum statt. Dekan Ignaz Steinwender beschreibt die stille Anbetung als ein einfaches Dasein vor Gott und als Möglichkeit, „den Himmel offenzuhalten“.

Weitere Informationen zum Museum, zum Engelbert-Jahr und zum Leben des Heiligen gibt es auf www.engelbert-kolland.at.

Ein Märtyrer aus dem Zillertal, ein neues Museum und ein ganzes Gedenkjahr: 200 Jahre nach seiner Geburt rückt Engelbert Kolland wieder ins Zentrum seiner Heimat.