Jugend ohne Party? Von wegen!

Sind Jugendliche heute wirklich feierfaul? Sitzen sie lieber vor Bildschirmen, als gemeinsam auszugehen und Nächte durchzutanzen? Der 17-jährige Kevin Pichler aus St. Martin in Passeier hält von diesem Klischee wenig. Seine Antwort auf die Frage, ob Jugendliche noch Lust auf Nachtleben haben, fällt eindeutig aus: Ja.

Pichler, der sich unter anderem im Landesschulrat und im Jugendbeirat engagiert, erlebt die Jugendkultur aus nächster Nähe. Für ihn hat sich am grundlegenden Bedürfnis junger Menschen nach Gemeinschaft, Musik und gemeinsamen Erlebnissen wenig verändert. Feiern sei nach wie vor ein wichtiger Bestandteil des Aufwachsens.

Dabei geht es Jugendlichen längst nicht nur um die Party selbst. Ausgehen bedeutet, Freundschaften zu pflegen, neue Menschen kennenzulernen und gemeinsam unbeschwerte Stunden zu verbringen. Gerade diese sozialen Erfahrungen seien ein wichtiger Teil des Erwachsenwerdens.

Auch die Formen des Feierns haben sich erweitert. Neben klassischen Clubbesuchen stehen private Partys, Open-Airs und spontane Treffen im öffentlichen Raum hoch im Kurs. Jugendliche suchen dabei weniger nach einer einzigen Form des Nachtlebens, sondern nach Orten und Gelegenheiten, an denen Gemeinschaft und Erlebnis möglich sind.

Das Bild der angeblich feiermüden Jugend greift deshalb zu kurz. Die Generation von heute feiert vielleicht anders als frühere Generationen – aber sie feiert durchaus. Was bleibt, ist der Wunsch, mit Freunden zusammenzukommen, Musik zu hören, Neues zu erleben und gemeinsam eine gute Zeit zu haben.

Das Nachtleben ist also keineswegs passé. Es hat nur mehr Gesichter bekommen.

Im Bild: Kevin Pichler