Kinderherzzentrum Wien baut internationale Spitzenmedizin weiter aus

Mit einer strategischen Neuausrichtung stärkt das Kinderherzzentrum Wien seine Rolle als führende Institution in der Kinderkardiologie im deutschsprachigen Raum. Die Medizinische Universität Wien und das Universitätsklinikum AKH Wien setzen dabei auf neue personelle Impulse und eine engere Verzahnung von Klinik, Forschung und Lehre.

Seit Jänner 2026 leitet Georg Hansmann als Professor für Pädiatrische Kardiologie die entsprechende klinische Abteilung und das Kinderherzzentrum. Parallel dazu übernimmt Peter Murin die Programmleitung der Kinderherzchirurgie. Ziel der Neustrukturierung ist es, das Zentrum als integralen Bestandteil des Comprehensive Center for Cardiovascular Medicine weiter auszubauen und die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Pädiatrischer Kardiologie, Herzchirurgie, Neonatologie und Intensivmedizin zu vertiefen.

Das Kinderherzzentrum Wien zählt bereits heute zu den größten Einrichtungen seiner Art im deutschsprachigen Raum. Jährlich werden dort mehrere hundert operative Eingriffe sowie Herzkatheteruntersuchungen durchgeführt, darunter ein hoher Anteil bei Neugeborenen und Säuglingen. Auch komplexe Eingriffe bei Erwachsenen mit angeborenen Herzfehlern gehören zum Behandlungsspektrum.

„Wir bieten in Österreich das gesamte Spektrum der Kinderherzmedizin – von der pränatalen Diagnostik bis zur Herztransplantation“, betont Daniel Zimpfer von der Universitätsklinik für Herz- und Thorakale Aortenchirurgie. Die enge Zusammenarbeit verschiedener Fachbereiche ermögliche eine umfassende Versorgung auf höchstem Niveau.

Neben der klinischen Weiterentwicklung wird auch die Forschung deutlich ausgebaut. Mit dem neuen Programm für Translationale Kardiovaskuläre Biomedizin sollen innovative Therapieansätze entwickelt werden, insbesondere in den Bereichen regenerative Medizin, Immunmodulation und vaskuläre Erkrankungen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Nutzung regenerativer Strategien, etwa mit Stammzellen aus der Nabelschnur.

Georg Hansmann hebt die internationale Ausrichtung des Standorts hervor: „Wir zählen klinisch und wissenschaftlich bereits zu den Top-5-Zentren im deutschsprachigen Raum und werden zunehmend auch europaweit wahrgenommen.“ Ein neuer Schwerpunkt soll künftig ein interdisziplinäres Zentrum für pulmonale Hypertonie, Herzinsuffizienz und Transplantation werden.

Auch in der Ausbildung setzt das Zentrum neue Akzente. Geplant sind strukturierte Fellowships, internationale Austauschprogramme sowie eine stärkere Einbindung von Studierenden in die klinische Praxis. Damit soll Wien als Ausbildungsstandort weiter international profiliert werden.

Die offizielle Antrittsvorlesung von Georg Hansmann findet am 8. Mai 2026 im Hörsaalzentrum der MedUni Wien im AKH Wien (Währinger Gürtel 18–20, 1090 Wien) statt. Am selben Tag wird dort auch ein internationales Symposium zu pulmonaler Hypertonie, Herzinsuffizienz und Transplantation ausgerichtet. Einen Tag später folgt im Van-Swieten-Saal in Wien das traditionelle Kinderherzfest, das Patient:innen, Familien und Mitarbeitende zusammenbringt.

Im Bild v.l.n.r.: Peter Murin (Universitätsklinik für Herz- und Thorakale Aortenchirurgie), Erwin Kitzmüller (Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde), Edda Tschernko (Universitätsklinik für Anästhesie, Allgemeine Intensivmedizin und Schmerztherapie), Daniel Zimpfer (Universitätsklinik für Herz- und Thorakale Aortenchirurgie), Georg Hansmann (Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde)/c-Martin Hörmandinger, MedUni Wien/APA/Hörmandinger