Die Regelung zu den Kindergartengebühren in Südtirol wird vorläufig gestoppt. Die Landesregierung hat beschlossen, den am 5. Jänner gefassten Beschluss zur Anpassung der Tarife auszusetzen. Für das Bildungsjahr 2026/27 gelten damit wieder die ursprünglich vorgesehenen Gebührenobergrenzen.
Konkret bedeutet das: Die Elternbeiträge liegen weiterhin bei maximal 81 Euro monatlich, beziehungsweise 106 Euro bei Inanspruchnahme der verlängerten Öffnungszeiten. Die Rückkehr zu den bisherigen Tarifen soll für Stabilität sorgen, während gleichzeitig an einer umfassenden Neugestaltung gearbeitet wird.
Ziel ist es, gemeinsam mit den Gemeinden und dem Rat der Gemeinden eine neue, ausgewogenere Tarifstruktur zu entwickeln, die stärker auf unterschiedliche Betreuungsangebote und die Bedürfnisse der Familien eingeht. Bildungslandesrat Philipp Achammer betont dabei den sozialen Anspruch der Reform: Die Tariffrage solle weiter vertieft werden, um familienfreundliche und tragfähige Lösungen zu finden.
Auch ladinischer Bildungslandesrat Daniel Alfreider unterstreicht die Bedeutung von Stabilität im Kindergartenbereich, insbesondere für die Arbeit in den ladinischen Kindergärten, die besondere Rahmenbedingungen aufweisen.
Einen klaren Kurs in Richtung Zusammenarbeit formuliert der italienische Bildungslandesrat Marco Galateo. Geplant sei die Einrichtung eines technischen Tisches, an dem alle relevanten Akteure – insbesondere die Gemeinden – eingebunden werden. Ziel sei es, gemeinsame und nachhaltige Lösungen zu erarbeiten, die sowohl eine hohe Bildungsqualität sicherstellen als auch flexibel auf lokale Bedürfnisse reagieren.
Mit der vorübergehenden Aussetzung der neuen Gebührenregelung gewinnt die politische Debatte nun Zeit, um ein langfristig tragfähiges Modell für die Finanzierung und Organisation der Kindergärten zu entwickeln.
Foto/c-LPA/Greta Stuefer