Wenn Schwangerschaft und frühe Kindheit von Unsicherheit oder Belastungen geprägt sind, brauchen Familien rasche, unbürokratische Unterstützung. Genau hier setzen die „Frühen Hilfen“ in Südtirol an – ein kostenloses, freiwilliges Unterstützungsangebot, das Eltern und Kinder von der Schwangerschaft bis zum dritten Lebensjahr begleitet.
Am 16. April trafen sich die Teams der Frühen Hilfen aus Sozial- und Gesundheitsdiensten zu einem landesweiten Austausch. Im Mittelpunkt standen bewährte Praxisbeispiele, organisatorische Fragen und gemeinsame Herausforderungen im Arbeitsalltag. Ziel ist es, die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Fachbereichen weiter zu stärken und Familien noch schneller und gezielter unterstützen zu können.
Das Angebot der Frühen Hilfen versteht sich als breites Netzwerk aus Maßnahmen und Diensten, das Familien in belastenden Lebenssituationen begleitet und die Entwicklung der Kinder nachhaltig fördern soll. Seit rund zehn Jahren ist das Modell in allen Bezirken Südtirols etabliert und hat sich zu einem wichtigen Baustein der frühen Prävention entwickelt.
Im Zentrum der Arbeit steht die enge Kooperation zwischen Sozial- und Gesundheitsdiensten, die vorhandene Unterstützungsstrukturen bestmöglich bündeln, um Familien niederschwellig und ohne bürokratische Hürden zu erreichen. Das diesjährige Treffen stand unter dem Leitgedanken: „Eltern sein: Licht und Schatten. So wie ich bin, bin ich genug und wenn es schwer wird, darf ich mir Unterstützung holen.“
Familienlandesrätin Rosmarie Pamer betont in diesem Zusammenhang die Bedeutung von Offenheit gegenüber Hilfe: Unterstützung in schwierigen Lebenssituationen anzunehmen sei kein Zeichen von Schwäche, sondern Ausdruck von Verantwortung gegenüber dem Kind.
Auch Gesundheitslandesrat Hubert Messner hebt den präventiven Charakter des Angebots hervor. Frühzeitige Unterstützung wirke nicht nur positiv auf die betroffenen Familien, sondern entlaste langfristig auch das Sozial- und Gesundheitssystem insgesamt.
Im Jahr 2025 standen die Frühe-Hilfen-Teams im Austausch mit 364 Familien. Die Unterstützung wurde dabei häufig bereits während der Schwangerschaft in Anspruch genommen und reichte von alltagspraktischer Hilfe über Informationsvermittlung bis hin zur längerfristigen Begleitung.
Informationen zu den Frühen Hilfen sind in den Sozialsprengeln der Bezirksgemeinschaften, im Betrieb für Sozialdienste Bozen sowie online über das Landeswebportal im Bereich Soziales erhältlich.
Foto/c-LPA/Alessia Rattin