In St. Pauls hat am vergangenen Samstag die 48. Bundesversammlung des Südtiroler Heimatbund stattgefunden. Zahlreiche Mitglieder, Freunde sowie Gäste aus dem In- und Ausland nahmen an der Versammlung teil, die von Obmann Roland Lang eröffnet wurde.
Zu Beginn gedachte die Versammlung in einer Gedenkminute mehrerer verstorbener Persönlichkeiten, darunter Freiheitskämpfer und Wegbegleiter, denen besondere Verdienste um die Heimatbewegung zugeschrieben wurden. In diesem Zusammenhang wurde auch an prägende Figuren der Südtiroler Zeitgeschichte erinnert, die im Kontext der politischen Entwicklung des Landes eine Rolle gespielt haben.
Im Zentrum der politischen Wortmeldungen stand die historische Einordnung des sogenannten Südtirolpakets von 1969. Dabei wurde betont, dass dieses Ergebnis ohne den Widerstand der damaligen Freiheitsbewegung nicht zustande gekommen wäre. Gleichzeitig wurde auf Aussagen verwiesen, die eine Anerkennung dieses Zusammenhangs auch auf politischer Ebene in den 1970er-Jahren belegen sollen.
Kritische Töne wurden in Richtung aktueller autonomer Entwicklungen geäußert. Insbesondere die geplante oder diskutierte Autonomiereform wurde als Rückschritt im Bereich des Minderheitenschutzes bewertet. Gefordert wurden stattdessen weitergehende Kompetenzen in zentralen Bereichen wie Finanz- und Steuerhoheit, Energiepolitik sowie der Schutz von Orts- und Flurnamen.
Ein wissenschaftlicher Beitrag von Sprachwissenschaftler Cristian Kollmann widmete sich der historischen Entwicklung des Talfergebiets in Bozen. Auf Basis archivalischer Quellen zeichnete er die städtebaulichen Veränderungen vom 15. Jahrhundert bis in die Neuzeit nach und beleuchtete insbesondere die Umgestaltung des Areals im 20. Jahrhundert sowie deren Auswirkungen auf das historische Stadtbild.
Auch internationale Verbindungen der Heimatbewegung waren Thema: Vertreter des Andreas Hofer Bund Deutschland berichteten über ihre Arbeit, die seit Jahrzehnten vor allem durch Öffentlichkeitsarbeit und Publikationen geprägt ist. Ziel sei es, Informationen zur politischen Situation Südtirols im deutschsprachigen Raum stärker zu verbreiten.
Ein besonderer Programmpunkt war die Ehrung von Maya Mair, die für ihren Einsatz in einer politisch sensiblen Phase der Südtiroler Nachkriegsgeschichte ausgezeichnet wurde. Ihre Biografie wurde im Rahmen der Versammlung ausführlich gewürdigt und als Teil der Erinnerungskultur hervorgehoben.
Weitere politische Impulse kamen von Vertretern der Südtiroler Freiheitsbewegung, die auf zentrale Themen wie Sprachpolitik, Minderheitenschutz und gesellschaftliche Entwicklungen eingingen. Dabei wurde insbesondere die Bedeutung der deutschen Sprache im öffentlichen Leben sowie Fragen der Schul- und Gesundheitspolitik thematisiert.
Nach einer regen Diskussion schloss Obmann Roland Lang die Versammlung mit Dank an Referenten und Teilnehmer. Die Veranstaltung endete traditionell mit dem gemeinsamen Singen der Landeshymne und markierte damit den Abschluss der 48. Bundesversammlung des Südtiroler Heimatbundes.
Im Bild: Geschenkübergabe Maya Mayr 2026