Wenn Generationen gemeinsam Bäume pflanzen: Südtirol gewinnt Schutzwaldpreis

Ein Projekt aus Südtirol wurde bei der diesjährigen Verleihung des Schutzwaldpreises ausgezeichnet. Am 13. März erhielt das generationenübergreifende Projekt „Jung & MischwAlt“ im österreichischen Mellau (Vorarlberg) den Preis in der Kategorie Öffentlichkeitsarbeit.

Der Südtiroler Forstverein hatte für die aktuelle Ausgabe des Preises zwei Projekte eingereicht: neben dem Baumfest „Jung & MischwAlt“, organisiert vom Sozialzentrum Innichen gemeinsam mit dem Forstinspektorat Welsberg, auch das Schutzwaldprojekt Pfunders des Forstinspektorats Brixen. Am Ende überzeugte besonders das Projekt aus dem oberen Pustertal, das die Jury mit seinem sozialen und ökologischen Ansatz beeindruckte.

Unter dem Motto „Gemeinsam wachsen“ brachte die Initiative Menschen verschiedener Generationen zusammen: Kinder der Grundschule Wahlen pflanzten gemeinsam mit Bewohnerinnen und Bewohnern der drei Seniorenwohnheime im oberen Pustertal sowie mit Menschen mit Beeinträchtigung junge Bäume auf einer Waldfläche, die zuvor vom Borkenkäfer stark geschädigt worden war. So entstand nicht nur neuer Lebensraum im Wald, sondern auch ein starkes Symbol für gemeinschaftliches Engagement.

„Gerade bei Entscheidungen rund um das Ökosystem Wald ist ein generationenübergreifendes Denken und Handeln notwendig“, betont Landesforstdirektor Günther Unterthiner. Wenn ältere Menschen und Kinder gemeinsam im Wald arbeiten, entstehe ein sozialer Mehrwert für alle Beteiligten. Die vielen lachenden Gesichter während der Aktion seien ein sichtbarer Beweis dafür gewesen.

Auch Forstwirtschaftslandesrat Luis Walcher unterstreicht die Bedeutung solcher Initiativen. „Ein stabiler Schutzwald entsteht nicht von allein, sondern braucht kontinuierliche Pflege, Verjüngung und Menschen, die sich für ihn einsetzen“, erklärt er. Projekte wie „Jung & MischwAlt“ zeigten eindrucksvoll, was nachhaltige Forstwirtschaft bedeute: heute Zeit und Arbeit in den Wald zu investieren, damit auch kommende Generationen sicher in den Berggebieten leben können.

Der Schutzwaldpreis-Helvetia, der in diesem Jahr zum 19. Mal vergeben wurde, würdigt beispielhafte Projekte zur Erhaltung und Verbesserung des Bergwaldes im gesamten Alpenraum sowie Initiativen, die das Bewusstsein für die Bedeutung des Schutzwaldes stärken. Verliehen wird die Auszeichnung von der Arbeitsgemeinschaft Alpenländischer Forstvereine, die seit 1981 besteht und Forstvereine aus Bayern, Graubünden, St. Gallen, Südtirol, Tirol, Vorarlberg, Kärnten und Liechtenstein vereint.

Der Bergwald spielt in den Alpen eine zentrale Rolle: Er schützt vor Erosion, Steinschlag, Lawinen, Muren und Hochwasser, sichert Gebäude und Infrastruktur und prägt gleichzeitig Landschaft, Biodiversität und Lebensqualität der Menschen. Voraussetzung dafür ist jedoch ein stabiler und gut gepflegter Wald. Genau hier setzen Projekte wie „Jung & MischwAlt“ an – indem sie ökologische Verantwortung mit gesellschaftlichem Engagement verbinden.

Im Bild von links Direktor Landesabteilung Forstdienst Günther Unterthiner, Landesrat für Forst Vorarlberg Christian Gantner, Barbara Rossi, Stefan Obersteiner, Günther Pörnbacher, Josef Gruber, alle vom Forstinspektorat Welsberg, Direktor Seniorenwohnheim Innichen Herbert Watschinger, Jurymitglied Monika Frener, Tiroler Forstwirtschaftslandesrat Josef Geisler/c-LPA