Josefitag in Südtirol: Zwischen Wunsch und Warteschleife – Entscheidung weiter offen

Es ist ein Ritual, das sich seit Jahren durch den Südtiroler Landtag zieht: die Diskussion über die Wiedereinführung des Josefitages als gesetzlichen Feiertag. SVP-Fraktionsvorsitzender Harald Stauder brachte die Debatte erneut ins Rollen und stellte eine Anfrage zum aktuellen Stand. Die Antwort der Landesrätin Magdalena Amhof fiel gewohnt diplomatisch aus – viel passiert ist offiziell noch nicht.

Wie Amhof erläuterte, war der Josefitag in den vergangenen Jahren bereits mehrfach Gegenstand politischer Initiativen. Es gab Beschlussanträge, Begehrensanträge, Landtagsanfragen, Gespräche mit Südtiroler Parlamentariern in Rom sowie Abstimmungen mit Vertretern der italienischen Regierung. Sogar Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen durften Vorschläge einbringen – Frist Ende 2024. Doch aus den Rückmeldungen geht wenig Greifbares hervor: Zustimmung wäre nur möglich, wenn dafür ein bereits bestehender Feiertag abgeschafft würde. Manche sehen darin einen cleveren Tausch, andere wiederum keinen Nutzen oder gar die Notwendigkeit eines zusätzlichen freien Tages.

Amhof betonte, dass eine Abschaffung nur im Konsens möglich sei. Angesichts der unterschiedlichen Interessen und Einschätzungen zeigt sich: Eine Einigung bleibt weiterhin schwer fassbar – und der Josefitag hängt sozusagen in der Schwebe.

Auf staatlicher Ebene lief es nicht wesentlich besser. Beim Gesetz zur Einführung eines Feiertages zu Ehren des heiligen Franziskus brachten Südtiroler Parlamentarier einen Änderungsantrag ein, der den Josefitag wieder aufleben lassen sollte. Laut Amhof hätte dieser Antrag in Rom jedoch kaum Aussicht auf Mehrheit gehabt. „Niemand war grundsätzlich dagegen, aber man wollte keine neue politische Diskussion eröffnen“, erklärte sie trocken. Mit anderen Worten: Lieber keine Wellen schlagen, um nicht noch weitere Forderungen nach zusätzlichen Feiertagen zu provozieren – Kostenfolgen inklusive.

Der Antrag wurde schließlich vor Beginn der Sitzung zurückgezogen. Immerhin blieb die Möglichkeit offen, das Thema als Tagesordnungspunkt zu behandeln. Die Empfehlung an die Landesregierung: prüfen, ob abgeschaffte religiöse Feiertage – und insbesondere der Josefitag – wieder eingeführt werden könnten.

Fazit: Für alle, die auf einen neuen freien Tag im Kalender hoffen, bleibt es ein Spiel auf Zeit. Während in Rom und Bozen die Bürokratie ihre Kreise zieht, steht der Josefitag weiterhin als Feiertags-Wunschzettel zwischen Wunsch und politischem Tauziehen – mit offenem Ausgang.

Im Bild: Harald Stauder und Magdalena Amhof