Robert Scherer: Ein Leben für die Kunst – im Alter von 97 Jahren verstorben

Der Südtiroler Künstler Robert Scherer ist im Alter von 97 Jahren verstorben. Scherer, 1928 in Kortsch geboren, war eine prägende Figur der Südtiroler Kunstszene und hinterlässt ein Werk von beeindruckender Vielfalt: Wandmalereien, Mosaike, Glasfenster, Skulpturen sowie ein breites Spektrum an Zeichnungs- und Maltechniken zeugen von seiner kreativen Kraft und seinem unermüdlichen Forschergeist. Noch im vergangenen Jahr war er in einer Ausstellung im Palais Mamming in Meran gemeinsam mit Martin Pohl zu sehen – ein Beweis dafür, dass seine Kunst bis ins hohe Alter lebendig und inspirierend blieb.

Nach der Option 1939 lebte Scherer zunächst in Oberösterreich und diente gegen Kriegsende in der Wehrmacht. Nach amerikanischer Gefangenschaft kehrte er 1946 nach Südtirol zurück, um sein Leben der Kunst zu widmen. Zwischen 1951 und 1959 studierte er Kunst und Architektur in Wien, unter anderem bei den renommierten Lehrern Herbert Boeckl und Clemens Holzmeister. Ab 1966 arbeitete Scherer als freischaffender Künstler, lebte und wirkte an zahlreichen Orten in Südtirol und im Trentino und unternahm Studienreisen, die sein Schaffen bereicherten. Als Lehrer prägte er Generationen junger Künstler, unter anderem an der Sommerakademie Salzburg und an der Freskoschule in Bozen.

Robert Scherer hinterlässt eine tiefe Spur in der Südtiroler Kunstlandschaft. Sein Werk ist ein Spiegel seiner Neugier, seines Feingefühls und seiner Leidenschaft für die Kunst, die Generationen inspiriert hat. Mit seinem Tod verliert Südtirol eine ihrer größten künstlerischen Stimmen des 20. Jahrhunderts.