Seit Oktober läuft in Südtirol der neue Ausbildungslehrgang zur Erlangung der Lehrbefähigung für den Instrumentalunterricht an deutschsprachigen Mittel- und Oberschulen sowie an den deutschen und ladinischen Musikschulen. Mit diesem Angebot setzen die Deutsche Bildungsdirektion und das Musikkonservatorium Claudio Monteverdi in Bozen einen wichtigen Schritt, um qualifiziertes Lehrpersonal auszubilden und die musikalische Bildung langfristig abzusichern. Mehr als 40 Lehrpersonen nehmen berufsbegleitend daran teil und werden in Fächern wie Trompete, Klavier, Gesang, Klarinette, Schlagwerk, Steirische Harmonika, Violine oder Violoncello ausgebildet.
Der Lehrgang wird in zwei Varianten – mit 60 oder 30 ECTS – angeboten und kombiniert theoretische Inhalte mit intensiven Praxiseinheiten. Am Konservatorium werden Module aus Musikpädagogik, Entwicklungs- und Musikpsychologie, Musikdidaktik, Chorleitung, Komposition und Improvisation, Klavierpraxis, Schulgesetzgebung und weiteren Fachbereichen vermittelt. Ergänzend absolvieren die Teilnehmenden praxisnahe Ausbildungsphasen in Zusammenarbeit mit der Landesmusikschuldirektion. Das indirekte Praktikum umfasst Themen wie Unterrichtsplanung, Zielsetzungen, Übemotivation, Leistungsbewertung, Feedback, Gesprächsführung, Konzertgestaltung oder digitale Werkzeuge im Instrumentalunterricht und wird von erfahrenen Lehrpersonen der Musikschulen begleitet. Teilnehmende des 60-ECTS-Lehrgangs leisten zusätzlich ein direktes Praktikum im Instrumentalunterricht der Musik- oder Mittelschulen beziehungsweise musikalisch ausgerichteten Oberschulen, unterstützt durch Tutorinnen und Tutoren.
Der Lehrgang endet mit einer Lehrbefähigungsprüfung im jeweiligen Instrument, die bis Oktober 2027 abgelegt werden kann. Er richtet sich an die Wettbewerbsklassen A-55 Musikinstrument Oberschule und A-56 Musikinstrument Mittelschule und gilt gleichermaßen für die entsprechenden Wettbewerbsklassen der deutschen und ladinischen Musikschulen.