BOZEN – Löhne, Kaufkraft und soziale Unterstützung standen im Mittelpunkt eines Treffens der Sozialen Mitte der SVP mit Vertreterinnen und Vertretern von Gewerkschaften und Sozialverbänden. Auf Einladung der Vorsitzenden Gabi Morandell kamen die Beteiligten in Bozen zum zweiten gemeinsamen Austausch zusammen. Diskutiert wurden die aktuelle Situation, bestehende Herausforderungen und mögliche Maßnahmen.
Landesrätin Magdalena Amhof gab mit einem kurzen Impuls Einblick in die Entwicklung der Gehälter im öffentlichen Dienst. Eine geplante Neuerung betrifft die regelmäßige Anpassung an die Inflation: Ab 2027 sollen die Gehälter im öffentlichen Dienst jährlich auf Grundlage der programmierten Inflation angepasst werden. Damit sollen längere Verzögerungen bei Gehaltsanpassungen vermieden werden.
Für Gabi Morandell könnte dieser Mechanismus auch über den öffentlichen Dienst hinaus Wirkung entfalten. „Wenn es mit dieser Maßnahme gelingt, einen Anreiz zu schaffen, die Gehälter auch in der Privatwirtschaft regelmäßig an die Preisentwicklung anzupassen, ist das ein wichtiger Schritt“, erklärte sie.
Auch Soziallandesrätin Rosmarie Pamer beteiligte sich am Austausch und verwies unter anderem auf die Unterstützungsleistung für ältere Menschen mit geringem Einkommen. Rund 3.000 Seniorinnen und Senioren profitierten im vergangenen Jahr davon. Die Erfahrungen aus der ersten Anwendung sollen nun genutzt werden, um die Maßnahme gezielter weiterzuentwickeln.
Im Gespräch wurde deutlich, dass die Frage der Kaufkraft mehrere Bereiche betrifft: von der Lohnentwicklung über soziale Unterstützungsleistungen bis hin zu Entlastungen für Familien und Haushalte.
Das Treffen knüpfte an den ersten gemeinsamen Austausch im Juni an. Die Soziale Mitte will den Dialog mit Gewerkschaften und Sozialverbänden weiterführen und dabei unterschiedliche Ansätze zur Stärkung der Kaufkraft miteinander verbinden.
„Es gibt nicht die eine Maßnahme, mit der sich die Kaufkraftfrage lösen lässt. Umso wichtiger ist es, die verschiedenen Stellschrauben gemeinsam anzuschauen und konkrete Verbesserungen Schritt für Schritt voranzubringen“, so Morandell abschließend.
Im Bild: Gabriele Morandell