Kinder machen Zeitung: „zebra.kidz“ erzählt vom Recht auf Bildung

Neun junge Redakteurinnen und Redakteure zwischen elf und 13 Jahren haben fünf Tage lang recherchiert, Interviews geführt, Umfragen gemacht und Texte geschrieben. Das Ergebnis ist die neue Ausgabe von „zebra.kidz“, einer Zeitung von Kindern für Kinder, die seit 1. Oktober gemeinsam mit der Oktoberausgabe der Straßenzeitung zebra. in ganz Südtirol verteilt wird.

Vorgestellt wurde das zwölfseitige Kinderheft am 1. Oktober auf dem Sandplatz in Meran. Im Mittelpunkt steht das Recht auf Bildung, das in Artikel 28 der UN-Kinderrechtskonvention festgeschrieben ist. Die junge Redaktion wollte dabei nicht nur wissen, wie Schule in Südtirol funktioniert, sondern auch, wie Kinder in anderen Teilen der Welt lernen.

Dafür führten die jungen Journalistinnen und Journalisten Gespräche mit Kindern aus Kanada, Deutschland, Uganda, Äthiopien, Mosambik, der Ukraine und Sambia. Die Berichte zeigen, wie unterschiedlich Schulwege und Schulalltag sein können: Während manche Kinder mit Fahrrad oder Schulbus zur Schule kommen, legen andere jeden Tag mehrere Kilometer zu Fuß zurück.

Auch die eigene Lebenswelt nahmen die Nachwuchsreporter unter die Lupe. In Südtirol befragten sie 50 Kinder und Jugendliche dazu, wie gerne sie zur Schule gehen, welche Fächer sie besonders mögen und welchen Stellenwert Noten für sie haben. Ein weiterer Beitrag beschäftigt sich mit der Frage, ob Hausaufgaben tatsächlich beim Lernen helfen oder ob sie den Familienalltag belasten und soziale Unterschiede verstärken können.

Für das Projekt kamen Anna Bizzotto, Alexander Puff, Asia Petulla, Manuel Gostner, Nicola Pedrollo, Aurora Omobono, Soleil Angela, Johanna Travis und Maximilian Winkler Hellrigl im Sommer zu einer eigenen Kinderredaktion zusammen. Gemeinsam mit Marco Valente vom Jugenddienst Meran und Adrian Luncke von der OEW – Organisation für Eine solidarische Welt entwickelten sie Themen und Redaktionsplan, recherchierten, interviewten, schrieben, fotografierten und gestalteten. Begleitet wurden sie dabei von verschiedenen Fachleuten.

Neben Bildung und Schule geht es im Heft auch um Mehrsprachigkeit und die Bedeutung der eigenen Erstsprache. Die Redaktion stellt außerdem besondere Bibliotheken aus aller Welt vor, darunter eine mobile Bücherbühne in Sydney und eine Bibliothek für gehörlose Kinder in Burundi. Ein Porträt widmet sich der zwölfjährigen Cellistin Elisabeth Zöggeler. Für Unterhaltung sorgen Rebus, Labyrinth, Kreuzworträtsel und Sudoku.

Auch die jungen Redakteurinnen und Redakteure selbst kommen zu Wort. Nicola Pedrollo erinnert sich besonders an ein Interview mit einer albanischen Professorin, während Soleil Angela die Straßenumfrage und die Gespräche mit Kindern aus aller Welt hervorhebt. Maximilian Winkler Hellrigl, der bereits zum zweiten Mal bei „zebra.kidz“ mitarbeitete, widmete sich dem Thema Hausaufgaben.

„Die Perspektive der Kinder und Jugendlichen ist eine echte Bereicherung – gerade dann, wenn es um Themen geht, die sie direkt betreffen“, sagt Adrian Luncke von der OEW. Auch Marco Valente vom Jugenddienst Meran betont, dass die Entscheidung von neun Jugendlichen, einen Teil ihrer Sommerferien in eine Zeitungsredaktion zu investieren, zeige, was junge Menschen leisten können, wenn sie die entsprechenden Möglichkeiten erhalten.

Die neue „zebra.kidz“ ist seit 1. Oktober als Beilage der Straßenzeitung zebra. erhältlich und wird von den zebra.-Verkäuferinnen und -Verkäufern in ganz Südtirol angeboten.

zebra. ist eine unabhängige, mehrsprachige Straßenzeitung und zugleich ein Sozialprojekt der OEW. Seit 2014 ermöglicht sie Menschen in schwierigen Lebenssituationen, durch den Verkauf der Zeitung ein eigenes Einkommen zu erzielen. Die Verkäuferinnen und Verkäufer kaufen die Zeitung für 1,50 Euro und verkaufen sie für 3 Euro weiter; die Hälfte des Verkaufserlöses bleibt bei ihnen. Ergänzend bietet die zebra.-Sozialarbeit Unterstützung etwa bei Behördengängen, Wohnungssuche, Jobcoaching und in akuten Notlagen. Das Projekt ist Teil des International Network of Street Papers und wird 2026 unter anderem von der Koordinierungsstelle für Integration der Autonomen Provinz Bozen und der Stiftung Südtiroler Sparkasse unterstützt.

Im Bild: Anna Mayr