Wenn die Alpen ins Glas kommen: Schloss Prösels wird zum Treffpunkt der Bergwinzer

Zehn Winzerfamilien, zwei alpine Weinregionen und ein Schloss als gemeinsamer Treffpunkt: Am Sonntag, 25. Oktober 2026, wird Schloss Prösels in Völs am Schlern zum Schauplatz des ersten Alpine Wine Summit Schloss Prösels. Einen Tag lang dreht sich alles um Weinbau in den Bergen, um Herkunft, Handarbeit und um die Frage, wie die Zukunft des alpinen Weinbaus aussehen kann.

Sechs Weingüter aus Völs am Schlern treffen dabei auf vier Betriebe aus der Bündner Herrschaft. Südtirol und Graubünden bringen ihre Weine gemeinsam auf den Tisch und schaffen damit Raum für Austausch, Vergleich und neue Verbindungen – über die Landesgrenze hinweg.

Zehn Familien, zwei Weinregionen

Aus Völs kommen der Wasserer Hof von Christoph Mock, der Prackfoler Hof von Patrick und Petra Planer, der Gump Hof von Markus Prackwieser, der Grottner Hof von Kathi Pramstrahler, der Besserer Hof von Otmar und Hannes Mair sowie der Fronthof von Markus Kompatscher.

Es sind vielfach Familienbetriebe mit langer Geschichte. Einige reichen mit ihren Wurzeln bis ins 14. Jahrhundert zurück, während die Reben heute in Höhenlagen von bis zu rund 900 Metern wachsen.

Aus Graubünden reisen Myriam und Johannes Lampert aus Jenins an, die von GaultMillau zuletzt zum Newcomer des Jahres gekürt wurden. Dazu kommen Möhr-Niggli aus Maienfeld mit Sina und Matthias Gubler-Möhr, das Weingut Heidelberg der Familie Lampert aus Maienfeld sowie Liesch Weine aus Malans mit Cédric Werner.

Was die zehn Betriebe verbindet, ist die Leidenschaft für Blauburgunder beziehungsweise Pinot Noir, die Begeisterung für frische und langlebige Weißweine aus höheren Lagen und die Überzeugung, dass beim Wein vor allem die Herkunft zählt.

Ein Tag zwischen Wein, Wissen und Genuss

Der Summit beginnt um 10 Uhr im Schlosshof mit Völser Krapfen und einem ersten Glas Wein. Nach der Begrüßung spricht Thomas Vaterlaus, Chefredakteur von VINUM und einer der renommierten Schweizer Weinjournalisten, über die Gemeinsamkeiten der Weinlagen zwischen Schlern und Falknis und über die Frage, warum der alpine Weinbau stärker als bisher mit einer gemeinsamen Stimme auftreten könnte.

Anschließend stellen sich die zehn Winzerfamilien persönlich vor – ohne große Präsentationen, dafür mit ihren Geschichten und natürlich mit einem Glas Wein in der Hand.

Zu Mittag können die Besucher zwischen zwei besonderen Programmpunkten wählen.

Bei der Masterclass „Pinot Noir alpin“ im Kaminzimmer treten zehn Pinot Noirs – je einer pro Weingut – zum direkten Vergleich an. Südtirol trifft auf Graubünden, Höhe auf Höhe und Herkunft auf Herkunft.

In der Waffenkammer geht es dagegen um eine Blindverkostung alpiner Weißweine. Die Freie Universität Bozen führt gemeinsam mit Professor Günter Schamel durch die Verkostung. Dabei steht eine spannende Frage im Mittelpunkt: Lassen sich Weine vom Schlern und aus der Bündner Herrschaft tatsächlich anhand ihres Geschmacks unterscheiden?

Danach wird es kulinarisch. Das Völser Kuchkastl lädt in den Rittersaal zu einem mehrgängigen Mittagessen nach historischen Rezepturen. Die Winzerinnen und Winzer sitzen dabei selbst mit am Tisch und begleiten die Gerichte mit ihren Weinen.

Die nächste Generation übernimmt das Wort

Am Nachmittag richtet sich der Blick auf die Zukunft. Beim Podium „Die nächste Generation im alpinen Weinbau“ diskutieren junge Winzerinnen und Winzer aus beiden Regionen über die Herausforderungen der Hofübergabe, den Klimawandel und die aufwendige Handarbeit in den Steillagen. Auch die Frage, welchen Preis der Weinbau in den Bergen wirtschaftlich und gesellschaftlich hat, wird thematisiert.

Zum großen Finale lädt das Grand Final Tasting in den Rittersaal. Alle zehn Weingüter schenken an ihren Tischen aus und kommen direkt mit Weinliebhabern, Gastronomen, Händlern und Journalisten ins Gespräch.

Die „Prösels-Deklaration“ als gemeinsames Zeichen

Um 17 Uhr folgt der symbolische Höhepunkt des Tages: Die zehn Weingüter unterzeichnen die erste Prösels-Deklaration.

Darin wollen sie gemeinsame Grundsätze für den alpinen Weinbau festhalten: Herkunft vor Trends, Nachhaltigkeit als Grundlage, Austausch zwischen den Generationen und Zusammenarbeit über Grenzen hinweg. Gleichzeitig soll die Verbindung von Wein, Küche, Landschaft und Gastfreundschaft stärker in den Mittelpunkt rücken.

Die Deklaration bildet zugleich die Grundlage für die Gründung des Alpine Wine Council, eines Netzwerks alpiner Weinregionen. Der Summit soll künftig jährlich stattfinden und zwischen den beteiligten Regionen wechseln. Schloss Prösels bleibt dabei der Gründungsort.

Damit ist der Alpine Wine Summit mehr als eine große Verkostung. Er versteht sich als Treffpunkt für Menschen, die den Weinbau in den Bergen gestalten und weiterentwickeln wollen. Zwischen Schlern und Bündner Herrschaft geht es an diesem Tag deshalb nicht nur um gute Weine, sondern auch um Herkunft, Handwerk, Generationen und die Zukunft einer besonderen Form des Weinbaus.

Alpine Wine Summit Schloss Prösels 2026

Sonntag, 25. Oktober 2026, 10 bis ca. 17.30 Uhr
Schloss Prösels, Völs am Schlern

Zehn Weingüter aus Völs am Schlern und der Bündner Herrschaft.

Programm: Begrüßung und Vortrag, Masterclass „Pinot Noir alpin“, Blindverkostung alpiner Weißweine mit der Freien Universität Bozen, Völser Kuchkastl, Podium „Die nächste Generation“, Grand Final Tasting und Unterzeichnung der Prösels-Deklaration.

Veranstalter: Die Völser Winzer mit dem Tourismusverein Völs am Schlern.
Weinservice: Servicebrigade der Sommelier-Vereinigung Südtirol.