Seniorenbund begrüßt neue Anlaufstelle und fordert mehr Personal

Vera Tronti Harpf ist seit 1. September bei der Volksanwaltschaft für Senioren zuständig. Der Seniorenbund fordert eine flächendeckende Betreuung und mehr personelle Ressourcen.

BOZEN – Eine eigene Ansprechpartnerin für ältere Menschen und ihre Angehörigen: Der Südtiroler Seniorenbund begrüßt die Ernennung von Vera Tronti Harpf zur neuen Verantwortlichen für den Seniorenbereich bei der Volksanwaltschaft. Gleichzeitig fordert der Verband eine bessere personelle Ausstattung und eine Ausweitung des Angebots auf die Bezirke.

Bei der Mitgliederversammlung im Bozner Kolpinghaus stellte Tronti Harpf ihre Aufgaben vor. Seit 1. September können sich Seniorinnen und Senioren mit persönlichen Anliegen, Fragen und Problemen an sie wenden. Die Unterstützung umfasst auch Schwierigkeiten im Umgang mit öffentlichen Dienststellen, Körperschaften und Seniorenwohnheimen. Die neue Anlaufstelle soll informieren, beraten und bei Bedarf vermitteln.

Forderung nach flächendeckender Betreuung

Für Otto von Dellemann, Vorsitzender des Südtiroler Seniorenbundes, ist die Einrichtung der Anlaufstelle ein wichtiger erster Schritt. Damit möglichst viele ältere Menschen das Angebot nutzen können, müsse die Beratung auch außerhalb von Bozen in den Bezirken präsent sein.

Dafür brauche es die entsprechenden personellen Voraussetzungen. Derzeit steht Tronti Harpf nicht einmal eine Sekretariatshilfe zur Verfügung.

„Damit diese wichtige Aufgabe kontinuierlich und flächendeckend wahrgenommen werden kann, braucht es die notwendigen personellen Ressourcen“, betont der Seniorenbund.

Tronti Harpf ist derzeit bei der Volksanwaltschaft in Bozen, Cavourstraße 23/c, erreichbar. Telefonisch ist sie unter 0471 946 020 und per E-Mail an veratronti@volksanwaltschaft.bz.it zu kontaktieren.

Pflege und Teilhabe im Fokus

Neben der neuen Anlaufstelle standen bei der Mitgliederversammlung weitere Themen der Seniorenpolitik auf der Tagesordnung. Dazu gehörten die Pflegeeinstufung und die Pflegeversicherung sowie die Frage, wie ältere Menschen ihre Erfahrungen und Anliegen stärker in die Gestaltung der Seniorenarbeit einbringen können.

Diskutiert wurde außerdem ein neues Ideenheft, das zentrale Bereiche wie Lebensraum, Mobilität, Pflege und Betreuung, Digitalisierung, soziale Teilhabe, Gesundheit sowie die Rechte und den Schutz älterer Menschen behandelt.

Auch Strukturen und Netzwerke werden darin als wichtige Voraussetzungen für eine zeitgemäße Seniorenarbeit hervorgehoben.

Der Südtiroler Seniorenbund, der 18 deutsch- und ladinischsprachige Vereine und Organisationen vereint, will die Anliegen der älteren Generation stärker in die gesellschaftliche Entwicklung einbringen und die Seniorenarbeit gemeinsam mit den Betroffenen weiterentwickeln.

Im Bild: Anni Fink, Otto von Dellemann, Greti Rottensteiner, Christian Wenter, Hansi Weissensteiner, Lisl Strobl, Richard Stampfl, Kurt Egger, Vera Tronti, Günther Andergassen, Nikolaus Fischnaller, Christine Fuchsberger, Werner Wallnöfer und Stefan Vieider