Bozen – Die zu Jahresbeginn angepassten Förderkriterien für gastgewerbliche Nahversorgungsbetriebe zeigen Wirkung: Heuer können 47 Gastbetriebe von der Landesförderung profitieren. Für den Hoteliers- und Gastwirteverband (HGV) ist das ein deutliches Zeichen dafür, dass die Neuregelung richtig und notwendig war.
Vor allem kleine Bars, Gasthäuser und Restaurants in Dörfern und peripheren Gebieten stehen zunehmend unter Druck. Steigende Kosten, organisatorische Herausforderungen und der Personalmangel machen es für viele Betriebe schwieriger, ihren Standort langfristig zu sichern. Gleichzeitig erfüllen diese Lokale eine Funktion, die weit über das gastronomische Angebot hinausgeht: Sie sind Treffpunkt, sozialer Mittelpunkt und ein wichtiger Bestandteil des Dorflebens.
„Dass nun mehr Dorfgasthäuser und Dorfbars von der Förderung profitieren, zeigt, dass die Anpassung richtig und notwendig war. Wenn ein Dorf sein Gasthaus oder seine Bar verliert, ist es schon zu spät. Deshalb gilt es, solchen Betrieben, die vor Ort ein gastronomisches Angebot und einen wichtigen sozialen Treffpunkt bieten, frühzeitig unter die Arme zu greifen, um ihr Überleben abzusichern“, betont HGV-Präsident Klaus Berger.
Dass heuer 47 Gastbetriebe in den Genuss der Förderung kommen, wertet der HGV als Bestätigung für die Anpassung der Kriterien. Der Verband hatte sich dafür eingesetzt, die Voraussetzungen für die Förderung praxisnäher zu gestalten. Sein Dank gilt dabei insbesondere Landesrat Luis Walcher, der die Notwendigkeit erkannt und die entsprechenden Schritte zur Unterstützung der gastgewerblichen Nahversorger gesetzt habe.
Gerade in kleineren und abgelegenen Ortschaften kann die Schließung eines Gasthauses oder einer Bar weitreichende Folgen haben. Wo ohnehin nur wenige Treffpunkte bestehen, geht mit einem Betrieb häufig nicht nur ein gastronomisches Angebot verloren, sondern auch ein Stück öffentlicher und sozialer Infrastruktur. „Dabei sind sie weit mehr als gastronomische Betriebe: Sie bringen Menschen zusammen und tragen zur Lebendigkeit der Dörfer bei“, unterstreicht HGV-Direktor Raffael Mooswalder.
Für den HGV bleibt die Stärkung von Bars, Restaurants und Gasthäusern deshalb ein zentrales Anliegen. Besonders jene Betriebe in kleineren und peripher gelegenen Orten sollen weiterhin im Mittelpunkt stehen. Die Förderung der gastgewerblichen Nahversorgung soll dabei helfen, bestehende Strukturen zu erhalten und frühzeitig gegenzusteuern, bevor aus wirtschaftlichen Schwierigkeiten eine endgültige Schließung wird.
Die 47 geförderten Betriebe sind damit nicht nur eine Zahl in einer Förderstatistik. Sie stehen für einen Ansatz, der darauf setzt, die Nahversorgung dort zu stärken, wo ein Gasthaus oder eine Bar häufig weit mehr ist als ein Ort zum Essen und Trinken: nämlich ein Stück gelebte Dorfgemeinschaft.
Im Bild: HGV-Präsident Klaus Berger