Die überarbeitete Charta der Schülerinnen und Schüler ist seit dem Schuljahr 2026/27 an Südtirols Schulen in Kraft. Sie ersetzt die bisherige Fassung aus dem Jahr 2003 und soll den Schulalltag zeitgemäß regeln – mit stärkerem Fokus auf Respekt, Prävention, Gesundheit, Vielfalt und die Zusammenarbeit mit den Familien.
Am 3. September stellten die Bildungslandesräte Philipp Achammer, Marco Galateo und Daniel Alfreider gemeinsam mit den Schülervertretungen Julia Moosburger, Marco Fauni und Jan Paul Promberger die neue Charta vor. Im Zentrum stehen die Qualität des Unterrichts und ein vertrauensvolles Lernumfeld, zugleich wird der Grundsatz betont: Schule bedeutet nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten.
Neu beziehungsweise präzisiert sind unter anderem Regelungen zu Hausaufgaben, respektvoller Kommunikation sowie dem Verhältnis zwischen Schule und Familie. Auch Eltern volljähriger Schülerinnen und Schüler sollen weiterhin schulische Mitteilungen erhalten, sofern ihre Kinder dies nicht schriftlich untersagen.
Deutlicher gefasst wurden zudem die Disziplinarmaßnahmen. Zeitlich begrenzte soziale, kulturelle oder gemeinnützige Tätigkeiten können künftig dazu dienen, Verantwortungsbewusstsein zu fördern. Im Vordergrund soll dabei nicht die Bestrafung, sondern die pädagogische Wirkung und die Wiedereingliederung in die Schulgemeinschaft stehen. Auch für Unterrichts- und Schulausschlüsse gelten neue Bestimmungen.
Der neuen Charta ging ein mehrstufiger Beteiligungsprozess voraus. Schüler- und Elternvertretungen, der Landesschulrat sowie die drei Bildungsdirektionen brachten ihre Anregungen ein. Auch staatliche Vorgaben, etwa zum Umgang mit Mobbing und Cybermobbing, wurden berücksichtigt.
Die Schülervertretungen begrüßten insbesondere die Möglichkeit, eigene Anliegen einzubringen. Nun gehe es darum, die Charta im Schulalltag mit Leben zu füllen und allen Schülerinnen und Schülern zugänglich zu machen. Die neue Regelung gilt für staatliche Grund-, Mittel- und Oberschulen sowie für die Berufsbildung aller drei Sprachgruppen.
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