Südtirol. Mehr Geld für Tagesmütter – Familien zahlen trotzdem nicht mehr

Mehr Lohn für Tagesmütter und Tagesväter, ohne zusätzliche Kosten für die Familien: Die Landesregierung hat den Grundlohn für den Betreuungsdienst angehoben und übernimmt die dadurch entstehenden Mehrkosten vollständig.

In Südtirol betreuen derzeit 235 Tagesmütter und Tagesväter mehr als 1.000 Kinder im Alter von drei Monaten bis zum Kindergarteneintritt. Gemeinsam mit den Kindertagesstätten und Kinderhorten bilden sie eine der drei Säulen der Kleinkindbetreuung im Land.

Familienlandesrätin Rosmarie Pamer sieht in der Lohnerhöhung vor allem eine Maßnahme zur Sicherung und Attraktivität des Berufsbildes. «Die Erhöhung des Grundlohnes ist eine wichtige Voraussetzung, um dieses tolle Berufsbild attraktiv zu halten», erklärt Pamer. Gleichzeitig müsse gewährleistet werden, dass der Dienst möglichst vielen Familien zur Verfügung stehe.

Genau hier setzt die Landesregierung einen klaren Schwerpunkt: Die Eltern sollen die Lohnerhöhung nicht zu spüren bekommen. Die zusätzlichen Kosten werden zur Gänze vom Land übernommen.

Die Landesregierung hat die entsprechende Änderung der Finanzierungsrichtlinien am 27. August beschlossen. Der derzeitige Stundensatz wird von 10,20 auf 11,60 Euro angehoben. Darin enthalten sind sowohl das volle 14. Monatsgehalt als auch eine Inflationsanpassung von zehn Prozent.

Voraussetzung ist, dass die Trägerorganisationen die Erhöhung vollständig an ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weitergeben.

Die neue Regelung gilt rückwirkend ab 1. Jänner 2026. Für das Land entstehen dadurch zusätzliche Kosten von rund 1,7 Millionen Euro.

Damit setzt die Landesregierung ein doppeltes Signal: bessere Rahmenbedingungen für die Betreuungspersonen und gleichzeitig keine höhere finanzielle Belastung für die Familien.