Die geplante Verkehrsberuhigung am Grödner Joch geht in die nächste Phase. Ab September 2026 beginnt die digitale Testphase, in der verschiedene Modelle für Verkehrsbeschränkungen und Zufahrtsberechtigungen durchgerechnet werden. Noch ist offen, wie stark der Verkehr künftig eingeschränkt wird und wer das Joch weiterhin befahren darf.
Anhand realer Verkehrsdaten soll simuliert werden, welche Auswirkungen unterschiedliche Regelungen auf Gröden, das Gadertal und angrenzende Gebiete haben. Auch die notwendigen Infrastrukturen stehen auf dem Prüfstand. Geprüft wird unter anderem, ob zusätzliche Kreisverkehre, Kontrollstellen, Vorzugsspuren oder Informationspunkte erforderlich sind.
Damit will man verhindern, dass eine Verkehrsberuhigung lediglich zu einer Verlagerung des Verkehrs führt und dadurch neue Staus in den umliegenden Ortschaften entstehen.
Das Projekt wurde möglich, nachdem die Straßenverkehrsordnung in Rom entsprechend angepasst wurde. Land und Gemeinden arbeiten seit rund zehn Monaten an einem Pilotprojekt mit dem Ziel, Italiens erste Territoriale Verkehrsberuhigte Zone (TVZ UNESCO) zu schaffen.
Inzwischen liegen ein Konzept und Grundsatzbeschlüsse der Gemeinden in Gröden und im Gadertal vor. Auch rechtliche Fragen sowie digitale Kontroll- und Verwaltungssysteme wurden vorbereitet. Als Nächstes sollen unter anderem ein Informationsportal und eine Registrierungsplattform entstehen. Für Beherbergungsbetriebe sind digitale Lösungen zur Anmeldung ihrer Gäste vorgesehen.
Die Testphase soll zeigen, welches Modell technisch, rechtlich und organisatorisch funktioniert. Erst auf dieser Grundlage soll entschieden werden, wie die Verkehrsberuhigung konkret umgesetzt wird. Dabei sollen auch Bevölkerung, Wirtschaftsvertretungen und weitere Betroffene eingebunden werden.
Das Land unterstützt das Vorhaben, verweist aber auf die Komplexität des Projekts. Für die Arbeitsgruppe steht fest: Die Verkehrsberuhigung soll das UNESCO-Welterbe und die beiden Täler entlasten – ohne den Verkehr einfach in die nächsten Dörfer zu verschieben.
Im September beginnt damit der Praxistest. Die entscheidende Frage lautet: Wie viel Verkehr soll künftig noch über das Grödner Joch rollen – und wer bekommt dafür eine Erlaubnis?
Foto/c-LPA/Landesstraßendienst