Noch nie hat das Land Südtirol so viel Geld in die Radmobilität investiert wie in den vergangenen Jahren. Zwischen 2022 und 2026 wurden knapp 83 Millionen Euro für Radwege und weitere Maßnahmen bereitgestellt – mehr als 30 Euro pro Einwohnerin und Einwohner jährlich.
Rund 60 Kilometer Radwege werden derzeit gebaut oder verbessert. Damit wird mehr als ein Zehntel des übergemeindlichen Südtiroler Radwegenetzes erneuert oder erweitert. Ziel der Investitionen ist es, das Fahrrad vom Freizeit- und Tourismusgerät zum alltagstauglichen Verkehrsmittel zu machen.
„Das Fahrrad muss immer mehr zu einem Verkehrsmittel für den Alltag werden“, betont Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider. Sichere und durchgehende Verbindungen sollen Wege zur Arbeit, zur Schule, zum Bahnhof oder zu Geschäften mit dem Rad ermöglichen.
Allein zehn konkrete Projekte schlagen mit mehr als 20,8 Millionen Euro zu Buche. Bereits fertiggestellt sind unter anderem Radwege in Algund, Bozen, Leifers, im Vinschgau und im Wipptal. Größere Projekte laufen derzeit etwa zwischen Sinich und Untermais, in Klausen, Gais sowie zwischen St. Christina und Wolkenstein.
Besonders im Stadtverkehr zeigt sich das Potenzial. Laut Mobilitätserhebung 2026 nutzt in Bozen bereits mehr als die Hälfte der befragten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer für den Arbeitsweg das Fahrrad oder E-Bike. Gleichzeitig sind landesweit 57 Prozent der Autofahrten an Werktagen kürzer als zehn Kilometer – eine Distanz, bei der das Fahrrad, insbesondere das E-Bike, eine realistische Alternative sein kann.
Auch die Verknüpfung mit Bus und Bahn soll verbessert werden. In Meran ist ein Mobilitätszentrum mit rund 1.000 überdachten Fahrradstellplätzen geplant. Weitere Maßnahmen reichen von sicheren Abstellanlagen über Angebote an Schulen und Pendlerkampagnen bis hin zu einem einheitlichen Leitsystem.
Bis 2030 soll der Anteil der Wege, die in Südtirol mit dem Fahrrad zurückgelegt werden, auf 20 Prozent steigen. „Wir wollen den Menschen echte Wahlfreiheit geben“, sagt Alfreider. Wenn Radwege sicher, direkt und gut mit Bus und Bahn verbunden seien, könne das Fahrrad für viele Wege zur einfachsten Alternative zum Auto werden.
83 Millionen Euro sind damit nicht nur eine Investition in Radwege – sondern in eine andere Art, sich durch Südtirol zu bewegen.
Foto/c-IDM Südtirol-Alto Adige/Alex Moling