Bozen – Aufdringliches Betteln, falsche Spendenaktionen und vorgetäuschte Notlagen: Die Süd-Tiroler Freiheit fordert ein konsequenteres Vorgehen gegen jene Formen der Bettelei, bei denen nach ihrer Darstellung die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung ausgenutzt wird.
Besonders in Bozen sei das Thema für viele Bürgerinnen und Bürger präsent. Immer wieder würden dieselben Personen an bekannten Orten auftauchen und Passanten mit ähnlichen Methoden um Geld bitten. Genannt werden unter anderem falsche Spendenlisten, vorgetäuschte Krankheiten oder Behinderungen sowie hartnäckiges Ansprechen vor Geschäften und auf der Straße.
Nach Beobachtungen der Süd-Tiroler Freiheit würden einige der auffälligen Personen morgens mit dem Zug aus Norditalien nach Südtirol kommen und am Abend wieder zurückfahren. Der Landtagsabgeordnete Hannes Rabensteiner fordert deshalb verstärkte Kontrollen und spürbare Konsequenzen bei wiederholten Verstößen.
„Wer wirklich in Not ist, braucht Hilfe. Wer aber eine Notlage vortäuscht, Menschen bedrängt oder mit erfundenen Geschichten und falschen Spendenaktionen Geld erschwindelt, darf nicht immer wieder ungestört weitermachen“, erklärt Rabensteiner.
Die Partei räumt zugleich ein, dass die rechtlichen Möglichkeiten in solchen Fällen teilweise begrenzt seien. Sie verweist jedoch darauf, dass die Polizei unter bestimmten Voraussetzungen auch erschwindeltes oder erbetteltes Geld sicherstellen könne. Eine konsequentere Anwendung bestehender Möglichkeiten könnte nach Ansicht der Süd-Tiroler Freiheit abschreckend wirken.
Das Thema soll nun auch im Landtag behandelt werden. In einer angekündigten Landtagsanfrage will die Partei unter anderem erfahren, wie viele Anzeigen es in den vergangenen fünf Jahren wegen entsprechender Vorfälle gegeben hat, wie häufig gegen wiederholt auffällige Personen vorgegangen wurde und welche Maßnahmen die zuständigen Behörden planen.
Für die Süd-Tiroler Freiheit steht dabei fest: Die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung müsse geschützt werden – insbesondere vor jenen, die sie gezielt für betrügerische Zwecke ausnutzen.
Im Bild: Hannes Rabensteiner