Gelmi und Quinz verstorben: Zwei Priester, die Südtirol geprägt haben

Die Diözese Bozen-Brixen trauert um zwei verdiente Priester: Der renommierte Kirchenhistoriker und langjährige Hochschulprofessor Josef Gelmi ist am Montag im Alter von 89 Jahren in Brixen verstorben. Ebenfalls in der Nacht auf Montag starb Giuseppe Quinz, der mehr als sechs Jahrzehnte als Seelsorger in St. Jakob bei Bozen wirkte. Er wurde 97 Jahre alt.

Mit Josef Gelmi verliert die Diözese eine ihrer bekanntesten Persönlichkeiten im Bereich der Kirchengeschichte. Der am 17. Mai 1937 in Cavalese geborene Priester wurde 1961 in Brixen geweiht und lehrte nach Studien in Rom von 1973 bis zu seiner Emeritierung 2007 als Professor für Kirchengeschichte an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Brixen. Generationen von Priestern und Theologiestudenten wurden von seinem Unterricht geprägt.

Weit über Südtirol hinaus machte sich Gelmi als Autor und Kirchenhistoriker einen Namen. Rund 40 Bücher veröffentlichte er in den vergangenen fünf Jahrzehnten, darunter das mehrfach aufgelegte Standardwerk Die Päpste in Lebensbildern. Mit seinen Publikationen und zahlreichen Vorträgen gelang es ihm, wissenschaftliche Erkenntnisse allgemein verständlich zu vermitteln. Für sein Lebenswerk wurde er mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, darunter das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse sowie die Verdienstmedaille der Diözese Bozen-Brixen.

Bischof Ivo Muser würdigte Gelmi als einen Historiker, der Wissenschaft und Glauben miteinander verbunden habe. Mit ihm verliere die Diözese „nicht nur einen bedeutenden Kirchenhistoriker, sondern auch einen liebenswürdigen, friedfertigen Menschen, der weit über die Grenzen unserer Diözese hinaus geschätzt wurde“.

Der Begräbnisgottesdienst für Josef Gelmi findet am Freitag, 7. August, um 17 Uhr im Brixner Dom statt. Anschließend erfolgt die Beisetzung in der Arkade des Priesterseminars auf dem Brixner Friedhof.

Auch Giuseppe Quinz hinterlässt bleibende Spuren. Der 1929 in Sappada geborene Priester wurde 1955 in Trient geweiht. Nach ersten Seelsorgejahren in Rovere della Luna sowie in Bozen übernahm er 1965 die Pfarrei St. Jakob bei Bozen. Bis 1998 war er dort Pfarrer, anschließend blieb er der Gemeinde als Kooperator und Seelsorger erhalten.

Quinz starb im Alter von 97 Jahren in Udine. Der Trauergottesdienst wird am Montag, 10. August, um 9 Uhr in der Pfarrkirche St. Jakob bei Bozen mit Bischof Ivo Muser gefeiert. Die Beisetzung erfolgt anschließend auf dem Friedhof von St. Jakob.

Mit Josef Gelmi und Giuseppe Quinz verliert die Diözese Bozen-Brixen zwei Priester, die auf unterschiedliche Weise das kirchliche Leben über Jahrzehnte geprägt haben – der eine als international anerkannter Kirchenhistoriker und Publizist, der andere als unermüdlicher Seelsorger mit tiefer Verwurzelung in seiner Pfarrgemeinde.  

Im Bild: Josef Gelmi

Giuseppe Quinz