Im Bletterbach schreibt die Erde Geschichte: Geologin Hannah Pomella führt durch das „Archiv der Alpen“

Eine Schlucht als Fenster in die Vergangenheit: Der GEOPARC Bletterbach im Südtiroler Unterland zählt zu den außergewöhnlichsten geologischen Schauplätzen Europas. Am Sonntag, 2. August, nimmt die neue Direktorin des GEOPARC, Hannah Pomella, Besucherinnen und Besucher persönlich mit auf eine Reise durch Millionen Jahre Erdgeschichte.

Die Geologin, die seit Herbst 2025 an der Spitze des UNESCO-Welterbes Dolomiten im Bereich Bletterbach steht, bringt umfangreiche wissenschaftliche Erfahrung mit. Mehr als zwei Jahrzehnte beschäftigt sie sich mit der Entstehung der Alpen und der Geologie Südtirols. Als ehemalige Assistenzprofessorin für Geologie an der Universität Innsbruck verbindet sie Forschung mit der Vermittlung komplexer geologischer Zusammenhänge.

Bei der Führung durch die Bletterbachschlucht erklärt Pomella, warum dieser Ort für die internationale Wissenschaft von besonderer Bedeutung ist. Die Gesteinsschichten im Canyon sind ein einzigartiges Archiv der Erdgeschichte und erzählen von gewaltigen Veränderungen, die sich vor hunderten Millionen Jahren ereignet haben.

Vor rund 280 Millionen Jahren, als der Superkontinent Pangäa langsam auseinanderbrach, lag das heutige Gebiet des Bletterbachs mitten in einer geologischen Umbruchzone. Die Spuren dieser Zeit sind bis heute sichtbar: von gewaltigen Vulkanaktivitäten über die Entstehung tropischer Meere und Riffe bis hin zu den Prozessen, die später die charakteristische Landschaft der Dolomiten prägten.

Während der Wanderung zeigt Pomella anschaulich, wie Forschende anhand von Gesteinen Rückschlüsse auf vergangene Klimabedingungen, Lebensräume und Umweltveränderungen ziehen können. Dabei wird auch der Bezug zur Gegenwart hergestellt: Die Erkenntnisse aus der Erdgeschichte helfen dabei, heutige Klimaveränderungen besser zu verstehen.

Neben den geologischen Besonderheiten wird die Direktorin auch über die Zukunft des GEOPARC Bletterbach sprechen. Ein Schwerpunkt soll künftig stärker auf der wissenschaftlichen Arbeit liegen, um Forschung, Bildung und den Schutz dieses einzigartigen Naturerbes noch enger miteinander zu verbinden.

Die geologische Führung findet am Sonntag, 2. August, um 10 Uhr statt und startet beim Besucherzentrum des GEOPARC Bletterbach in Aldein. Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl ist eine Anmeldung unter Tel. 0471 886946 oder per E-Mail an info@bletterbach.info erforderlich.

Eine weitere Führung in italienischer Sprache wird am Sonntag, 9. August, angeboten.

Der Bletterbach bleibt damit nicht nur ein spektakuläres Naturerlebnis, sondern auch ein Ort, an dem die Geschichte unseres Planeten sichtbar und verständlich wird.

Foto/c-Christian Bock