Zwischen Pflanzenwissen, Präzision und Kreativität: Die jungen Gärtnerinnen und Gärtner der Fachschule Laimburg zeigen beim Europäischen Berufswettbewerb, dass Gartenbau längst mehr ist als Handwerk – er ist internationale Kulturarbeit.
Alle zwei Jahre wird eine europäische Stadt zum Treffpunkt der besten Nachwuchskräfte im Gartenbau. Heuer war es das polnische Bielsko-Biała: Vom 30. Juni bis 4. Juli trafen dort 22 Teams aus 13 Ländern beim 11. Europäischen Berufswettbewerb für junge Gärtnerinnen und Gärtner aufeinander. Mitten unter ihnen: zwei Teams der Fachschule Laimburg, die Südtirol und Italien vertraten. Die Teilnahme wurde über Erasmus+ ermöglicht.
Was auf den ersten Blick wie ein klassischer Fachwettbewerb klingt, war in Wahrheit ein internationales Treffen junger Menschen, die eine gemeinsame Sprache sprechen: die Sprache der Natur. In den Disziplinen Zierpflanzenbau, Garten- und Landschaftsbau sowie Floristik ging es um Können, Kreativität und Präzision – aber auch um Teamgeist und den Austausch über Ländergrenzen hinweg.
Die Vorbereitung hatte es in sich. Vier intensive Trainingstage an der Fachschule Laimburg standen auf dem Programm: Pflanzenkenntnisse wurden vertieft, das Veredeln von Gemüse- und Obstpflanzen trainiert, floristische Techniken perfektioniert und praktische Aufgaben wie Vermessungsarbeiten mit dem Nivelliergerät, Pflanzenschutz und Maschinenwartung geübt.
Dass die Südtiroler Delegation nicht nur fachlich gut vorbereitet war, zeigte sich eindrucksvoll in Polen. Besonders erfolgreich war Team Italy 2 mit Valeria Scrinzi, Alexandra Pöhl und Damian Wierer: Mit nur 0,25 Punkten Rückstand auf 1000 mögliche Punkte landete das Trio auf dem hervorragenden vierten Gesamtrang. In der Floristik gelang sogar die Höchstleistung: Das Team erreichte die volle Punktzahl und erhielt als einziges von 22 Teams den Sonderpreis für die beste floristische Leistung.
Auch Team Italy 1 überzeugte: Simon Hofer, Hanna Egger und Noemi Breitenberger belegten den sechsten Platz und verpassten den fünften Rang nur um einen einzigen Punkt.
Doch der eigentliche Erfolg lässt sich nicht nur in Ranglisten messen. Begleitlehrerin Lea Zelger hebt vor allem die Haltung der Jugendlichen hervor: ihre Offenheit gegenüber anderen Nationen, ihre Begeisterung und ihren Willen, gemeinsam das Beste zu geben. Genau darin liegt die besondere Bedeutung dieses Wettbewerbs: Er verbindet Leistung mit Begegnung und zeigt, dass berufliche Bildung weit über das Erlernen eines Handwerks hinausgeht.
Eine besondere Rolle spielte auch die Fachschule Laimburg selbst. Mit Andrea Schulz stellte die Schule nicht nur Teilnehmerinnen und Teilnehmer, sondern auch die Präsidentin des veranstaltenden Vereins EU-Horticulture-Teacher. Sie leitete den Wettbewerb vor Ort und trug gemeinsam mit dem Organisationsteam zum reibungslosen Ablauf bei. Schulkoordinator Benjamin Pedross reiste zudem eigens zur Abschlusszeremonie nach Polen, um den Teams persönlich zu gratulieren.
Eine zusätzliche Herausforderung wartete auf die jungen Südtirolerinnen und Südtiroler: Der gesamte Wettbewerb wurde auf Englisch durchgeführt. Auch diese Hürde meisterten sie souverän.
Am Ende blieb mehr als ein gutes Ergebnis. Die Reise nach Polen zeigte, dass Gartenbau im 21. Jahrhundert nicht nur mit Erde, Pflanzen und Gestaltung zu tun hat – sondern mit Begegnung, Europa und einer Generation, die mit Kreativität und Fachwissen neue Wurzeln schlägt.
Im Bild v.l.n.r. Noemi Breitenberger, Simon Hofer und Hanna Egger