Mit beeindruckenden Leistungen, musikalischer Präzision und großer Bühnenpräsenz haben Tirols Kinder- und Jugendchöre beim 26. Österreichischen Bundesjugendsingen in Linz für Aufsehen gesorgt. Besonders der Kammerchor „Cantoholics“ des Musikgymnasiums Innsbruck setzte ein Ausrufezeichen: Das Ensemble erreichte die höchste Punktezahl aller 36 teilnehmenden Chöre aus ganz Österreich und sicherte sich damit den Bundessieg.
Von 29. Juni bis 2. Juli wurde die oberösterreichische Landeshauptstadt zum Treffpunkt der heimischen Chorszene. Tirol war mit fünf Ensembles aus Innsbruck, Schwaz, Imst, Lienz und Steinach vertreten und stellte einmal mehr die hohe Qualität seiner musikalischen Nachwuchsarbeit unter Beweis. Neben den Wertungssingen standen Konzerte sowie das „Offene Singen“ in der Linzer Innenstadt auf dem Programm und boten den jungen Sängerinnen und Sängern zahlreiche Möglichkeiten, ihr Können zu präsentieren.
Der größte Erfolg gelang dem Kammerchor „Cantoholics“ unter der Leitung von Thomas Waldner. Das Ensemble wurde nicht nur mit dem Prädikat „Auszeichnung“ bewertet, sondern erhielt auch Gold bei der „5-Minuten-Challenge“ – einem Wettbewerb, bei dem ein mehrstimmiger Chorsatz innerhalb weniger Minuten einstudiert und unmittelbar aufgeführt werden muss. Mit der höchsten Gesamtpunktezahl avancierten die Innsbrucker schließlich zum punktbesten Chor des Bundesjugendsingens 2026.
Auch die weiteren Tiroler Ensembles überzeugten auf hohem Niveau. Das BORG Lienz erhielt das Prädikat „Sehr Gut“ und ebenfalls Gold bei der „5-Minuten-Challenge“. Die Musikvolksschule Hans Sachs Schwaz, die Volksschule Untermieming sowie der Kinderchor Sonnenschein Steinach bereicherten die Veranstaltung mit ihren Auftritten bei den Chorkonzerten und begeisterten das Publikum mit musikalischer Vielfalt und großer Spielfreude.
Bildungslandesrätin Cornelia Hagele sprach von einer außergewöhnlichen Bilanz und hob insbesondere den Bundessieg des Musikgymnasiums Innsbruck hervor. Die Erfolge seien Ausdruck der hohen Ausbildungsqualität an Tirols Schulen und Musikeinrichtungen. Jugendlandesrätin Astrid Mair betonte darüber hinaus die soziale Bedeutung des Chorsingens: Gemeinschaft, Zusammenhalt und gegenseitiges Zuhören seien Werte, die weit über die Musik hinausreichen.
Für Chorleiter Thomas Waldner war vor allem die intensive Wettbewerbsatmosphäre prägend. Die anspruchsvollen Aufgaben hätten den Chor an seine Grenzen geführt, zugleich aber gezeigt, wie viel durch konzentrierte Vorbereitung und gemeinsames Musizieren möglich sei. Umso größer war die Freude über den Bundessieg und die Goldwertung.
Unvergessliche Eindrücke nahm auch der Kinderchor Sonnenschein Steinach mit nach Tirol. Neben den Konzertauftritten zählten das gemeinsame Singen im abgedunkelten Linzer Mariendom, die Eröffnungs- und Abschlusskonzerte sowie zahlreiche Begegnungen mit anderen Chören zu den Höhepunkten der vier Veranstaltungstage. Für die jungen Sängerinnen und Sänger blieb das Bundesjugendsingen weit mehr als ein Wettbewerb – es wurde zu einem musikalischen Gemeinschaftserlebnis.
Das Österreichische Bundesjugendsingen findet alle drei Jahre statt und gilt als größter Jugendchorwettbewerb Europas. Es verbindet musikalischen Wettbewerb mit Begegnung und Austausch und bietet Kindern und Jugendlichen zwischen sechs und 24 Jahren eine Bühne für gemeinsames Singen auf höchstem Niveau.
Dass Tirol dabei erneut zu den erfolgreichsten Bundesländern zählt, überrascht kaum. Bereits das Tiroler Landesjugendsingen, an dem heuer rund 2.600 junge Sängerinnen und Sänger teilnahmen, zeigte eindrucksvoll, auf welch breiter Basis die Chorarbeit im Land aufgebaut ist. Der Erfolg in Linz bestätigt nun einmal mehr: Tirol verfügt über eine lebendige Chorszene, die weit über die Landesgrenzen hinaus den Ton angibt.
Foto/© Land Oberösterreich/Peter Mayr