Südtiroler Weltläden stellen eigenen Fairtrade-Kaffee vor

Am 16. Juni haben in Bozen die Südtiroler Weltläden ihren ersten gemeinsamen Weltladen-Kaffee vorgestellt. Präsentiert wurde das neue Produkt im Rahmen einer Verkostung neben dem Bozner Dom, bei der Freiwillige, Kundinnen und Kunden sowie Medienvertreterinnen und -vertreter die drei neuen Kaffeesorten kennenlernen konnten.

Das Sortiment umfasst einen Filterkaffee aus 100 Prozent Arabica-Bohnen, einen klassischen Moka-Kaffee sowie einen kräftigen Espresso in Bohnenform. Alle drei Produkte sind biologisch angebaut und Fairtrade-zertifiziert. Die Kaffeebohnen stammen aus Peru, Honduras, Mexiko und Indien. Geröstet wird der Kaffee in Zusammenarbeit mit der Südtiroler Traditionsrösterei Alps Coffee in Rabland, die seit mehr als zehn Jahren mit Fairtrade kooperiert und kürzlich als „Fairtrade Best Partner“ ausgezeichnet wurde.

Mit dem neuen Produkt setzen die 13 Südtiroler Weltläden auf ein gemeinsames Angebot, das ihre Identität als Fachgeschäfte für fairen Handel stärken soll. „Mit dem neuen Weltladen-Kaffee schaffen wir erstmals ein gemeinsames Produkt für alle 13 Südtiroler Weltläden“, erklärte Richard Theiner, Vorsitzender des Weltladens Latsch und Mitinitiator des Projekts. Kaffee sei eines der bekanntesten Fairtrade-Produkte und für viele Menschen ein täglicher Begleiter.

Neben dem Verkauf fair gehandelter Waren verstehen sich die Weltläden auch als Orte der Bildungs- und Informationsarbeit. Mit dem neuen Kaffee soll der Faire Handel stärker sichtbar gemacht und die Verbindung zwischen Konsum, Herkunft und globalen Handelsstrukturen verdeutlicht werden.

Auch die Bedeutung des Fairen Handels wurde bei der Präsentation betont. Rudi Dalvai, Mitbegründer von Altromercato und Präsident des Weltladens Bozen, verwies darauf, dass Kaffee seit den Anfängen des Fairen Handels eines der wichtigsten Produkte sei. Faire Preise ermöglichten Investitionen in Bildung, Gesundheit und Zukunftsperspektiven für Kaffeebäuerinnen und -bauern.

Weltweit sichern rund 125 Millionen Menschen ihren Lebensunterhalt durch Kaffeeproduktion. Gleichzeitig stehen viele Kleinbäuerinnen und Kleinbauern unter großem Druck durch schwankende Weltmarktpreise, steigende Kosten und die Folgen des Klimawandels. Der Faire Handel soll hier Stabilität schaffen, etwa durch Mindestpreise, langfristige Handelsbeziehungen und zusätzliche Prämien für soziale und ökologische Projekte.

Mit dem neuen Weltladen-Kaffee verbinden die Südtiroler Weltläden regionale Wertschöpfung mit globaler Verantwortung – und bringen ein Stück Fairtrade-Philosophie direkt in die heimischen Tassen.

Im Bild von links bzw. in Gruppen) Rudi Dalvai, Paolo Pastore, Richard Theiner, Brigitte Gritsch und Stefan Schreyögg