Gebhard kritisiert Femizid-Aussage scharf: „Gefährlicher Populismus auf dem Rücken der Opfer“

Debatte um neue Partei von Ex-General Vannacci sorgt für politische Reaktionen

Scharfe politische Reaktionen hat der Gründungsparteitag der neuen rechtsextremen Partei Futuro Nazionale in Rom ausgelöst. Parteigründer und Europaabgeordneter Roberto Vannacci, der zuvor aus der Lega ausgetreten ist, sorgte dort mit der Aussage „Den Femizid gibt es nicht!“ für kontroverse Diskussionen.

Die SVP-Kammerabgeordnete und Vorsitzende der SVP-Frauen, Renate Gebhard, weist diese Position entschieden zurück und spricht von „gefährlichem Populismus auf dem Rücken der Betroffenen“. Die Behauptung, Femizide existierten nicht, sei nicht nur sachlich falsch, sondern stelle eine Verhöhnung der Opfer und ihrer Angehörigen dar.

Gebhard betont in ihrer Stellungnahme, der Begriff Femizid bedeute nicht, dass ein Menschenleben mehr oder weniger wert sei als ein anderes. Vielmehr gehe es darum, die spezifischen Hintergründe solcher Taten sichtbar zu machen. Frauen würden in vielen Fällen getötet, weil sie Frauen seien – etwa weil Täter Kontrolle ausüben wollten, Trennungen nicht akzeptierten oder Frauen als Besitz betrachteten.

Gerade deshalb sei es notwendig, diese Form von Gewalt klar zu benennen. „Wenn wir einem Problem keinen Namen geben, verschwindet es nicht“, so Gebhard. Nur durch eine eindeutige Definition könnten Ursachen erkannt und wirksame Gegenmaßnahmen entwickelt werden.

Die Kammerabgeordnete verweist auch auf die gesellschaftliche Dimension des Problems. Gewalt gegen Frauen sei kein ideologisches Konstrukt, sondern eine reale und dokumentierte Tatsache, die Familien und ganze Lebensgemeinschaften tief erschüttere. Hinter jeder Statistik stehe ein konkretes menschliches Schicksal.

Besonders kritisch sieht Gebhard Aussagen dieser Art von politischen Verantwortungsträgern. Politik habe die Aufgabe, Probleme ernst zu nehmen und Lösungen zu erarbeiten, nicht sie zu relativieren oder zu verharmlosen. Eine solche Rhetorik trage zur Verrohung der öffentlichen Debatte bei.

Gleichstellung bedeute nicht, Probleme auszublenden, sondern sie sichtbar zu machen und aktiv dagegen vorzugehen. Prävention, Schutzmaßnahmen und Unterstützung für Betroffene müssten weiter ausgebaut werden, so Gebhard.

Die SVP-Frauen kündigen an, sich weiterhin konsequent für Sensibilisierung und konkrete Maßnahmen gegen Gewalt an Frauen einzusetzen. Frauen müssten darauf vertrauen können, dass Politik Gewalt klar benennt und Betroffene schützt – unabhängig davon, aus welchem politischen Lager Relativierungen kämen.

Foto, Renate Gebhard