Großes Interesse, volle Reihen und eine lebhafte Diskussion prägten den Bürger:innendialog „Wohnen für den Mittelstand – Modelle & Möglichkeiten“ im Bürgersaal Naturns. Die Veranstaltung stieß bei Bürgermeister:innen, Gemeindeverantwortlichen, Fachleuten sowie zahlreichen Interessierten aus Burggrafenamt und Vinschgau auf breite Resonanz.
Im Mittelpunkt stand dabei nicht die Problembeschreibung, sondern der Blick auf konkrete Lösungsansätze im Wohnbau. Organisiert wurde der Abend von der Sozialen Mitte Burggrafenamt, der KVW-Ortsgruppe Naturns, dem ASGB sowie der Arche im KVW VFG. Initiator und Moderator Reinhard Bauer betonte den Ansatz des Abends klar: Ziel sei es gewesen, „konkrete Modelle und Handlungsmöglichkeiten vor Ort aufzuzeigen“.
Einen inhaltlichen Einstieg boten zwei Wohnbauprojekte aus Naturns, vorgestellt von Bürgermeister Zeno Christanell. Dabei wurden sowohl eine klassische Wohnbaugenossenschaft als auch ein Projekt mit preisgebundenen Wohnungen präsentiert, die zeigen sollen, wie Gemeinden aktiv leistbaren Wohnraum schaffen können.
Für die fachliche Einordnung sorgte Leonhard Resch, der verschiedene Wohnmodelle erläuterte und die rechtlichen Rahmenbedingungen verständlich aufbereitete. Dabei wurde deutlich, dass bestehende Instrumente auch auf Gemeindeebene konkrete Handlungsspielräume eröffnen können.
Auch soziale und gesellschaftliche Aspekte fanden ihren Platz: Marlene Preims, Präsidentin des Seniorenvereins SEGEM, hob die Bedeutung generationengerechter Wohnformen hervor, die ein selbstbestimmtes Leben im vertrauten Umfeld ermöglichen sollen.
Tony Tschenett präsentierte Zahlen und Einblicke in die Arbeit des Wohnbauinstituts WOBI und unterstrich dessen soziale Rolle. Zudem zeigte er Möglichkeiten auf, wie durch Kooperationen zwischen Gemeinden und WOBI leerstehender Wohnraum schneller wieder genutzt werden kann.
Die anschließende Diskussion machte deutlich, dass die Wohnungsfrage in allen Regionen ähnlich dringlich ist. Umso wichtiger sei der Austausch erfolgreicher Modelle und praxisnaher Ansätze. Viele Teilnehmende nahmen laut Veranstaltern nicht nur theoretische Impulse, sondern auch konkrete Ideen für die Umsetzung in ihren Gemeinden mit.
Im Bild: v. l.: Marlene Preims, Leonhard Resch, Tony Tschenett, Zeno Christanell und Reinhard Bauer