Supplent:innen im Fokus: Landtag will Berufserfahrung stärker anerkennen

Der Südtiroler Landtag hat einen Beschlussantrag der Grünen Fraktion zum Landesgesetzentwurf 70/26 angenommen, der auf eine bessere Anerkennung der Berufserfahrung von Supplent:innen im Südtiroler Schulsystem abzielt. Künftig soll geprüft werden, wie langjährige Unterrichtstätigkeit auch bei befristeten Verträgen stärker berücksichtigt und wirtschaftlich aufgewertet werden kann.

Konkret sieht der Beschluss vor, dass die Landesregierung mögliche gesetzliche und verwaltungstechnische Maßnahmen evaluieren soll. Ziel ist die Einführung einer spezifischen Zulage für Lehrpersonen, die seit mindestens fünf Jahren im Schuldienst in Südtirol tätig sind.

Für die Initiator:innen ist der Schritt ein wichtiges Signal. Brigitte Foppa betont, dass viele Supplent:innen seit Jahren oder sogar Jahrzehnten in denselben Schulen und Klassen unterrichten, ohne dass sich dies in ihrer arbeitsrechtlichen Stellung entsprechend widerspiegelt: „Sie werden oft behandelt, als wäre es ihr erster Arbeitstag – das ist eine ungerechte Situation.“

Auch die weiteren Erstunterzeichner des Antrags, Madeleine Rohrer und Zeno Oberkofler, unterstreichen die Bedeutung der Maßnahme. Berufserfahrung müsse unabhängig von der Vertragsform als wertvolle Ressource anerkannt und auch finanziell berücksichtigt werden, da Supplent:innen wesentlich zum Funktionieren der öffentlichen Schulen beitrügen.

Mit der Annahme des Antrags sieht die Grüne Fraktion einen wichtigen Grundsatz bestätigt: Dienstjahre sollen künftig stärker zählen, auch für Lehrpersonen mit befristeten Verträgen. Nun liege es an der Landesregierung, die politische Zusage in konkrete Maßnahmen umzusetzen, so die Erwartung der Antragsteller:innen.

Der Beschluss wird von den Grünen als Schritt hin zu mehr Gleichbehandlung im Bildungssystem gewertet und soll langfristig zu einer gerechteren Entlohnung von Lehrpersonal mit temporären Verträgen beitragen.

Im Bild: Zeno Oberkofler