Südtirol trauert um Historiker und Zeitzeugen Josef „Pepi“ Fontana

Mit dem Tod des renommierten Historikers verliert Südtirol einen engagierten Bewahrer seiner Geschichte und einen prägenden Zeitzeugen der Nachkriegszeit. Die Freiheitlichen würdigen sein Lebenswerk und seine Verdienste für Land und Gesellschaft.

Mit großer Betroffenheit haben die Freiheitlichen auf die Nachricht vom Tod von Dr. Josef „Pepi“ Fontana reagiert. Der Historiker, Publizist und langjährige Kulturvermittler verstarb im Alter von 88 Jahren. Mit ihm verliert Südtirol eine Persönlichkeit, die die Geschichte des Landes nicht nur erforscht und dokumentiert, sondern auch selbst mitgeprägt hat.

Geboren am 3. Juli 1937 in Neumarkt, gehörte Fontana jener Generation an, die in den schwierigen Nachkriegsjahrzehnten für die Rechte der deutsch- und ladinischsprachigen Bevölkerung Südtirols eintrat. Bereits als junger Mann schloss er sich dem Befreiungsausschuss Südtirol (BAS) an. Die Folgen seines politischen Engagements führten ihn ins Gefängnis – Erfahrungen, die sein weiteres Leben nachhaltig beeinflussten.

Trotz dieser schwierigen Jahre setzte Fontana seinen Weg mit bemerkenswerter Entschlossenheit fort. Aus dem ursprünglich erlernten Beruf des Malers entwickelte er sich durch Bildung, Ausdauer und wissenschaftliche Arbeit zu einem der angesehensten Historiker Tirols. Sein Name ist eng mit der Erforschung der Tiroler und Südtiroler Geschichte verbunden.

Besonders durch seine zahlreichen Veröffentlichungen und seine Tätigkeit am Südtiroler Kulturinstitut leistete Fontana einen bedeutenden Beitrag zur historischen Aufarbeitung und Bewahrung des kulturellen Erbes des Landes. Seine Arbeiten gelten bis heute als wichtige Referenz für Historiker, Studierende und alle an der Geschichte Tirols Interessierten.

In ihrer Würdigung betonen die Freiheitlichen nicht nur Fontanas wissenschaftliche Leistungen, sondern auch seine persönliche Haltung. Er sei ein Mensch gewesen, der stets für seine Überzeugungen eingestanden habe und dessen Leben beispielhaft für Heimatverbundenheit, Verantwortungsbewusstsein und den Glauben an die Kraft von Bildung und Wissen stehe.

Besonders hervorgehoben wird sein Blick auf die Entwicklung Südtirols. Fontana habe immer wieder darauf verwiesen, dass die Südtiroler Volksgruppe trotz schwieriger historischer Umstände ihre Identität bewahren und ihre politische Stellung festigen konnte. Sein Verständnis von Geschichte war dabei stets mit einem positiven Blick auf die Zukunft verbunden. Statt Resignation standen für ihn Eigenverantwortung, Zuversicht und die aktive Gestaltung der Zukunft im Mittelpunkt.

Mit seinem Tod verliert Südtirol einen der letzten Zeitzeugen einer prägenden Epoche, einen leidenschaftlichen Historiker und einen engagierten Vermittler zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Sein wissenschaftliches Werk und seine Gedanken zur Entwicklung des Landes werden jedoch weit über sein Leben hinaus Bestand haben.

Das Mitgefühl gilt seiner Familie, seinen Angehörigen, Freunden und Weggefährten, die Abschied von einer Persönlichkeit nehmen müssen, die das kulturelle und historische Selbstverständnis Südtirols nachhaltig geprägt hat.