WM 2026: Spanien laut Wissenschaft Favorit – Österreich mit Außenseiterchancen

Innsbruck – Wer gewinnt die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko? Ein internationales Forschungsteam unter Beteiligung der Universität Innsbruck hat erneut eine datenbasierte Prognose für das kommende Großereignis erstellt. Das Ergebnis: Spanien geht mit einer Titelwahrscheinlichkeit von 14,5 Prozent als leichter Favorit ins Turnier. Dahinter folgen England und Frankreich mit jeweils 12,4 Prozent sowie Deutschland mit 11,2 Prozent.

Die Analyse stammt von einem Forscherteam um den Statistiker Achim Zeileis und Andreas Groll, die bereits seit Jahren vor großen Fußballturnieren wissenschaftliche Prognosen erstellen. Im Vergleich zu früheren Welt- und Europameisterschaften sei das Rennen um den Titel diesmal besonders offen. „Das Feld der Titelfavoriten ist in diesem Jahr sehr gedrängt“, erklärt Zeileis.

Hinter den vier Topnationen folgen Portugal (8,9 Prozent), Argentinien (8,2 Prozent), die Niederlande (5,6 Prozent) und Brasilien (4,7 Prozent). Die Prognose zeigt damit ein außergewöhnlich ausgeglichenes Teilnehmerfeld, in dem mehrere Mannschaften realistische Chancen auf den Titel besitzen.

Österreich mit guten Chancen auf die K.-o.-Phase

Für Österreich prognostizieren die Wissenschaftler eine Wahrscheinlichkeit von 81,2 Prozent für das Erreichen des Sechzehntelfinales. In der Gruppenphase trifft das Team auf Argentinien, Algerien und Jordanien. Der wahrscheinlichste Verlauf sieht Österreich auf dem zweiten Gruppenplatz.

Allerdings könnte bereits die erste K.-o.-Runde zur großen Hürde werden. Dort würde voraussichtlich der Sieger der Spanien-Gruppe warten, was die Chancen auf ein Weiterkommen deutlich verringert. Die Wahrscheinlichkeit, dass Österreich am Ende den Weltmeistertitel holt, liegt laut Modell bei lediglich 0,7 Prozent.

100.000 Simulationen für eine Prognose

Die Berechnungen basieren auf einer Vielzahl von Datenquellen. Berücksichtigt wurden unter anderem die Leistungen der Nationalteams in vergangenen Länderspielen, aktuelle Buchmacherquoten, Spielerbewertungen aus Vereins- und Nationalmannschaftsspielen sowie die Marktwerte der Kader.

Mithilfe statistischer Verfahren und moderner Methoden des maschinellen Lernens wurden diese Informationen zu einem umfassenden Prognosemodell zusammengeführt. Eine besondere Herausforderung bestand darin, die Daten aller 48 Teilnehmer rechtzeitig zu erfassen, da die endgültigen Kader erst kurz vor Turnierbeginn feststanden.

Anschließend simulierten die Forscher die gesamte Weltmeisterschaft 100.000-mal am Computer. Dabei wurden sämtliche Spielpaarungen, die Turnierauslosung sowie die offiziellen FIFA-Regeln berücksichtigt.

Wahrscheinlichkeiten statt Vorhersagen

Die Wissenschaftler betonen jedoch, dass ihre Ergebnisse keine Gewissheiten darstellen. Selbst der Topfavorit Spanien besitzt nur eine Gewinnwahrscheinlichkeit von 14,5 Prozent. Statistisch betrachtet ist die Wahrscheinlichkeit also deutlich höher, dass am Ende eine andere Nation den Titel gewinnt.

Für Andreas Groll liegt der Wert solcher Analysen deshalb weniger in der exakten Vorhersage des Weltmeisters als vielmehr darin, realistische Entwicklungen im Turnierverlauf abzubilden. Entscheidend sei, ob jene Mannschaften weit kommen, denen das Modell gute Chancen einräume.

Auch Achim Zeileis sieht in der WM-Prognose mehr als nur eine sportliche Spielerei. Das Turnier biete eine ideale Gelegenheit, einem breiten Publikum die Bedeutung von Wahrscheinlichkeiten und statistischem Denken näherzubringen – und gleichzeitig die Begeisterung für den Fußball mit wissenschaftlicher Forschung zu verbinden.

Die vollständige Prognose mit allen Siegwahrscheinlichkeiten wurde vom Forschungsteam auf seiner Projektseite veröffentlicht: https://www.zeileis.org/news/fifa2026/

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