Inflation frisst Renten auf: Soziale Mitte fordert gerechtere Anpassung für den Mittelstand

Die steigende Inflation setzt immer mehr Rentnerinnen und Rentner in Südtirol unter Druck. Besonders betroffen sei dabei die soziale Mitte, warnt die Vorsitzende der Sozialen Mitte in der SVP, Gabi Morandell. Sie fordert deshalb eine bessere Anpassung der Renten an die Teuerung und sieht vor allem den Staat in der Pflicht.

„Südtirol hat hohe Lebenskosten, Italiens Rentenniveau ist niedrig. Das allein hat in der Vergangenheit dazu geführt, dass Rentnerinnen und Rentner zu besonders armutsgefährdeten Gruppen zählen. Hinzu kommt nun eine anhaltende Teuerungsdynamik. Hier muss etwas passieren“, erklärt Morandell.

Kritik übt die Vorsitzende der Sozialen Mitte insbesondere am derzeitigen gesetzlichen System der Inflationsanpassung. Dieses schütze viele Pensionistinnen und Pensionisten nicht ausreichend vor dem Verlust ihrer Kaufkraft. Vor allem mittlere Renten würden oft nur teilweise an die Inflation angepasst.

„Dadurch verlieren viele ältere Menschen Jahr für Jahr an Kaufkraft. Gerade der Mittelstand spürt die Teuerung besonders stark“, betont Morandell. Während niedrige Pensionen teilweise durch soziale Unterstützungsmaßnahmen abgefedert würden, gerieten viele Menschen mit mittleren Renten zunehmend unter Druck.

Für Morandell müsse deshalb der Fokus künftig stärker auf jene gelegt werden, die jahrzehntelang gearbeitet und einen wesentlichen Beitrag zum Steueraufkommen geleistet hätten. „Das waren und sind jene Menschen, die während ihres gesamten Arbeitslebens für einen großen Teil des Steueraufkommens gesorgt haben. Sie sind diejenigen, die jetzt am meisten unter den Teuerungen leiden“, erklärt sie.

Besonders drastisch formuliert die SVP-Politikerin die Situation vieler Betroffener: „Zu reich für soziale Unterstützungsleistungen, zu arm für ein Leben mit Würde und Selbstbestimmung im Alter. Das kann es nicht sein!“

Die Soziale Mitte fordert daher Verbesserungen bei der Inflationsanpassung der Renten und eine stärkere Berücksichtigung mittlerer Pensionen. Laut Morandell laufen bereits Gespräche mit den Parlamentarierinnen und Parlamentariern der SVP in Rom, um mögliche Spielräume für gesetzliche Anpassungen auszuloten.

Das Thema dürfte angesichts der weiterhin hohen Lebenshaltungskosten und der anhaltenden Inflation in den kommenden Monaten weiter an politischer Bedeutung gewinnen — insbesondere in Südtirol, wo Wohnen, Energie und alltägliche Ausgaben deutlich stärker ins Gewicht fallen als in vielen anderen Regionen Italiens.