Confidi Südtirol wächst weiter und öffnet sich neuen Zielgruppen

Confidi Südtirol setzt seinen Wachstumskurs fort und richtet sich strategisch neu aus. Bei der außerordentlichen und ordentlichen Vollversammlung der Garantiegenossenschaft wurden am 27. Mai wichtige Satzungsänderungen beschlossen und gleichzeitig positive wirtschaftliche Kennzahlen präsentiert. Die Genossenschaft unterstreicht damit pünktlich zu ihrem 50-jährigen Bestehen ihre starke Position innerhalb der Südtiroler Wirtschaft.

An der Vollversammlung nahmen neben den Mitgliedern auch zahlreiche Vertreter des Landes, der Bankenwelt sowie lokaler Wirtschaftsorganisationen teil. Im Mittelpunkt standen vor allem mehrere Satzungsänderungen, die Confidi Südtirol künftig breiter aufstellen und den Zugang zu Garantieleistungen erweitern sollen.

Wie Präsident Gartner erklärte, wolle man die Genossenschaft „noch zugänglicher, effizienter und smarter“ gestalten. Künftig wird es möglich sein, Garantien auch für Freiberufler zu übernehmen. Darüber hinaus schafft die neue Satzung die Grundlage dafür, Minibonds zu garantieren, Garantien auf erstes Anfordern ohne Einschränkungen anzubieten und perspektivisch auch zugunsten der öffentlichen Verwaltung tätig zu werden.

Zudem sollen interne Abläufe flexibler gestaltet werden. Die neuen Regelungen erleichtern die Einberufung und Durchführung der Sitzungen der Gesellschaftsorgane und sollen dadurch schnellere Entscheidungsprozesse ermöglichen.

Die anschließende ordentliche Vollversammlung machte deutlich, dass sich Confidi Südtirol wirtschaftlich in einer stabilen und positiven Lage befindet. Im Jubiläumsjahr 2025 blickt die Genossenschaft auf ein halbes Jahrhundert Tätigkeit zurück. „Ein Alter, das uns ermöglicht, die kommenden Herausforderungen mit Erfahrung und Kompetenz anzugehen“, betonte Präsident Gartner.

Die Zahlen bestätigen diese Einschätzung: Confidi Südtirol verfügt derzeit über besicherte Finanzierungsvolumina von mehr als 280 Millionen Euro und ausgestellte Garantien in Höhe von 113,5 Millionen Euro. Die Bilanzsumme beläuft sich auf 38,2 Millionen Euro, das Eigenkapital auf 19,2 Millionen Euro. Hinzu kommen Risikofonds in Höhe von 17,7 Millionen Euro.

Für Vizepräsident Repetto belegen diese Kennzahlen die führende Rolle von Confidi Südtirol auf Landesebene. Die Genossenschaft sei nicht nur die Garantiegenossenschaft mit der höchsten finanziellen Aktivität und Kapitalausstattung in Südtirol, sondern möglicherweise auch die größte unter den insgesamt 143 italienischen „Confidi minori“.

Auch die Qualität des Portfolios entwickelt sich positiv. Der Anteil notleidender Positionen liegt laut den Verantwortlichen bei lediglich 0,5 Prozent des Risikobestands. Dieser sei großteils durch staatliche Rückversicherungsfonds abgesichert und breit über verschiedene Wirtschaftssektoren verteilt.

Parallel dazu wächst auch das Interesse an der Genossenschaft weiter. Mittlerweile zählt Confidi Südtirol mehr als 1.100 Mitgliedsunternehmen.

Positiv fallen zudem die wirtschaftlichen Leistungskennzahlen aus. Mit einer Cost-Income-Ratio zwischen 60 und 65 Prozent bewegt sich die Genossenschaft laut eigenen Angaben in einem sehr effizienten Bereich im Branchenvergleich. Der Jahresüberschuss konnte um 16 Prozent gesteigert werden und wurde zur weiteren Stärkung des Eigenkapitals verwendet.

Mit Blick auf die kommenden Jahre sieht Direktor Christanell zusätzliche Entwicklungsmöglichkeiten durch die erwartete nationale Reform des Confidi-Systems sowie durch die Reform des Antiwucherfonds. Für diesen Fonds ist Confidi Südtirol derzeit der einzige akkreditierte Akteur in der Region. Weitere Chancen ergeben sich laut Christanell aus neuen Landesförderungen für Nachhaltigkeit und Innovation.

Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten zeigt sich die Genossenschaft damit optimistisch. Die Verantwortlichen betonten abschließend ihren Anspruch, weiter zu wachsen und den Unternehmen sowie dem Territorium noch näher zu sein.