Mit einem offiziellen Kick-off-Meeting in der BASIS Schlanders ist Ende Mai das grenzüberschreitende Interreg-Projekt „RenewLab – Sanierungspraxiszentrum“ gestartet. Vertreterinnen und Vertreter aus Südtirol, Tirol, Salzburg und Venetien kamen dabei zusammen, um den Auftakt für ein Projekt zu setzen, das nachhaltiges Bauen und Sanieren im Alpenraum neu denken will.
Federführend organisiert wird RenewLab vom Lead Partner BASIS Vinschgau Venosta. Gemeinsam mit sechs weiteren Projektpartnern verfolgt das Vorhaben ein ambitioniertes Ziel: ökologische Sanierungslösungen praxisnah testen, regionale Wertschöpfung stärken und die Kreislaufwirtschaft im Bauwesen vorantreiben.
Im Mittelpunkt stehen dabei sogenannte „Living Labs“, die in Schlanders, Obertilliach und Calalzo di Cadore entstehen. In bestehenden beziehungsweise leerstehenden Gebäuden sollen nachhaltige Bauweisen unter realen Bedingungen erprobt und weiterentwickelt werden. Anders als klassische Forschungsprojekte setzt RenewLab bewusst auf praktische Anwendungen direkt vor Ort.
Zum Einsatz kommen vor allem regionale und biobasierte Materialien wie Holz, Hanf, Lehm, Kalk oder Stroh. Geplant sind Experimente und Demonstrationsprojekte in Bereichen wie Dämmung, Putze, Böden oder Fensterlösungen. Die Ergebnisse werden dokumentiert und wissenschaftlich begleitet, um konkrete Erfahrungswerte für die Praxis zu liefern.
Ein weiterer Schwerpunkt des Projekts liegt auf der Vernetzung von Handwerksbetrieben, kleinen und mittleren Unternehmen, Gemeinden sowie Forschungs- und Bildungseinrichtungen. Mit Schulungen, Exkursionen und digitalen Angeboten soll das erworbene Wissen direkt an Fachkräfte weitergegeben werden. Gleichzeitig reagiert RenewLab damit auch auf den zunehmenden Fachkräftemangel im Bau- und Handwerkssektor.
Neben den Sanierungspraxiszentren wird auch die bestehende SUSMAT-Materialdatenbank weiterentwickelt. Zusätzlich soll der innovative Wohnprototyp „CUBO“ getestet werden, um neue Ansätze für ressourcenschonendes und nachhaltiges Wohnen sichtbar zu machen.
Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Italien und Österreich bildet das Herzstück des Projekts. Zu den Partnern zählen neben BASIS Vinschgau Venosta unter anderem EURAC Research, Plattform Land, Confartigianato Belluno, das Salzburger Institut für Raumordnung und Wohnen (SIR), Raumschmiede ZT GmbH, Vivius sowie die Gemeinde Calalzo di Cadore.
Das von der Europäischen Union geförderte Projekt läuft von Januar 2026 bis März 2028 und verfügt über ein Gesamtbudget von rund einer Million Euro. Damit soll ein konkreter Beitrag zum europäischen Green Deal sowie zur Dekarbonisierung des Gebäudebestands geleistet werden.
Langfristig verfolgt RenewLab das Ziel, nachhaltige Sanierung im Alpenraum stärker in der Praxis zu verankern. Angesprochen werden dabei nicht nur Fachleute, sondern auch Gemeinden, Schulen, junge Handwerkerinnen und Handwerker sowie Eigentümerinnen und Eigentümer von Gebäuden. Denn nachhaltiges Bauen soll künftig nicht mehr die Ausnahme sein, sondern zum neuen Standard werden.
Im Bild: Projektpartner beim Auftakt in der Basis Vinschgau Venosta