50 Jahre Arena Wien: Zwischen Widerstand, Subkultur und gelebter Gemeinschaft

Besetzung der Arena: “Haupteingang zum Gelände der ´Arena´”, Foto: Heinz Riedler
1976, Wien Museum

Ein Ort der Rebellion, der Musik und der gelebten Selbstverwaltung feiert Jubiläum: Die Arena Wien wird 50 Jahre alt. Aus diesem Anlass widmet das Wien Museum der legendären Kulturinstitution die Ausstellung „Jedenfalls ist es Liebe!“, die bis zum 27. September 2026 in der Community Gallery am Karlsplatz zu sehen ist.

Die Schau blickt hinter die Kulissen eines Ortes, der weit mehr ist als eine Konzertlocation. Die Arena gilt als eines der wichtigsten alternativen Kultur- und Jugendzentren Österreichs und steht seit ihrer Entstehung 1976 für Autonomie, Vielfalt und gesellschaftlichen Widerstand. Ausgangspunkt war die Besetzung des ehemaligen Auslandsschlachthofs in St. Marx – ein Ereignis, das als verspätete, aber nachhaltige Wiener 68er-Bewegung in die Stadtgeschichte einging.

Zwar wurde das ursprünglich besetzte Gelände später geräumt und abgerissen, doch ein Teil des ehemaligen Inlandsschlachthofs blieb erhalten und entwickelte sich zur heutigen Arena. Dort entstand über Jahrzehnte ein selbstverwalteter Kulturraum, der bis heute von kollektivem Engagement, alternativen Lebensentwürfen und musikalischer Vielfalt geprägt ist.

Die Ausstellung beleuchtet die Entwicklung der Arena vom rebellischen Freiraum zum professionellen Konzertbetrieb mit internationaler Ausstrahlung. Gleichzeitig zeigt sie die Herausforderungen eines autonomen Kulturprojekts, das sich zwischen gesellschaftlichem Anspruch, wirtschaftlichem Druck und sinkenden öffentlichen Förderungen behaupten muss.

„Trotz der Schwierigkeiten, die autonome Arbeit mit sich bringen, zahlt sich das gemeinschaftliche Widerspenstigsein aus und nutzt allen“, betont die Kuratorin Constanze C. Czutta, die die Ausstellung gestaltet hat.

Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur Konzerte und Geschichte, sondern auch die Menschen hinter der Arena. Der Trägerverein Forum Wien – Arena, der Gastronomieverein Blackbox und der Beislverein Terra X organisieren den Betrieb bis heute gemeinschaftlich und ohne klassische Hierarchien. Viele der Beteiligten engagieren sich seit Jahrzehnten ehrenamtlich oder beruflich für den Erhalt des Kulturareals.

Die Ausstellung macht deutlich, dass die Arena weit mehr als ein Veranstaltungsort ist: ein sozialer Raum, ein Lernort, ein Treffpunkt unterschiedlicher Generationen und ein Symbol für antifaschistische, solidarische Kulturarbeit. „Die Arena gehört niemandem. Die Arena gehört allen“, heißt es programmatisch in den Ausstellungstexten.

Parallel zur Ausstellung erscheint das Buch „Die Arena. Eine Wiener Geschichte“, herausgegeben vom Verein Forum Wien Arena, das die bewegte Geschichte des Hauses dokumentiert.

Mit jährlich rund 250 Veranstaltungen, 30 Open-Air-Konzerten und etwa 180.000 Besucherinnen und Besuchern hat sich die Arena in fünf Jahrzehnten von einer kulturellen Initiative im Niemandsland zu einem international bekannten Vorzeigeprojekt entwickelt – laut, unbequem und lebendig wie eh und je.

Die Ausstellung „Jedenfalls ist es Liebe!“ ist bei freiem Eintritt im Wien Museum am Karlsplatz zu sehen. Weitere Informationen unter
Wien Museum

Im Bild: Arena Wien. Foto: Klaus Pichler, Wien Museum