Die geplante Protestversammlung gegen den Verkehr am Brenner sorgt entlang der gesamten Brennerachse für massive Kritik. Die Handelskammern von Bozen, Trient, Verona, Cremona-Mantua-Pavia und Modena fordern die Tiroler Landesregierung auf, die für den 30. Mai 2026 angekündigte Demonstration ohne Verkehrsbeschränkungen stattfinden zu lassen.
Geplant ist eine achtstündige Sperre des Brennerkorridors auf Tiroler Seite. Nach Ansicht der Wirtschaftskammern hätte eine Blockade der Brennerautobahn A13 und der angrenzenden Bundesstraßen schwerwiegende Folgen für Verkehr, Wirtschaft und Umwelt.
Die Kammern schlagen daher vor, die Veranstaltung in unmittelbarer Nähe der Autobahn abzuhalten, ohne jedoch die Verkehrswege zu sperren. Besonders kritisch sei der Zeitpunkt der Demonstration: Der 30. Mai liegt unmittelbar vor mehreren Feiertagen und langen Wochenenden in Italien, Österreich und Deutschland – traditionell eine der verkehrsreichsten Phasen des Jahres am Brennerpass.
Die Handelskammern warnen vor kilometerlangen Staus, erhöhtem Unfallrisiko und möglichen Problemen für Rettungsfahrzeuge in den betroffenen Regionen. Auch die Umweltbelastung könne steigen, da viele Verkehrsteilnehmende auf lange Ausweichrouten ausweichen müssten. Stop-and-Go-Verkehr und zusätzliche Umwege würden laut den Kammern zu mehr Emissionen führen.
Besonders betroffen wäre auch der Güterverkehr entlang des skandinavisch-mediterranen TEN-V-Korridors, einer der wichtigsten europäischen Transitachsen. Bereits bestehende Tiroler Fahrverbote und zusätzliche Dosiertage Ende Mai würden die Situation weiter verschärfen.
Die wirtschaftlichen Folgen könnten laut den Handelskammern erheblich ausfallen. Speditionen müssten mit höheren Transportkosten und Verzögerungen rechnen, während im Tourismus kurzfristige Stornierungen und rückläufige Buchungen befürchtet werden.
In einer gemeinsamen Stellungnahme betonen die Präsidenten der Handelskammern entlang der Autobahn A22 zwar, dass das Demonstrationsrecht unantastbar sei. Gleichzeitig seien jedoch die Sicherheitsrisiken sowie die wirtschaftlichen und sozialen Schäden einer Vollsperre „zu hoch“.
Die Auswirkungen der geplanten Blockade würden sich, so die Kammern, nicht nur auf den 30. Mai beschränken, sondern bereits Tage vorher beginnen und auch danach noch spürbar bleiben.