Mit der Produktion „Ausgerechnet Marlene“ von Anne Clausen bringt das Innsbrucker Kellertheater eine ebenso unterhaltsame wie tiefgründige Revue über das Leben und die Wirkung der legendären Marlene Dietrich auf die Bühne. Zwischen Chanson, Schauspiel, Glamour und Selbstreflexion entsteht ein Abend, der weit über eine klassische Biografie hinausgeht und Fragen nach Weiblichkeit, Erfolg, Schönheit und Selbstbestimmung stellt.
Im Mittelpunkt steht eine Frau, die von Marlene Dietrich erzählt und deren berühmte Lieder interpretiert. Doch schnell wird klar: Diese Frau ähnelt der Filmikone nicht nur äußerlich erstaunlich stark – plötzlich scheint Marlene selbst auf der Bühne zu erscheinen. In einem faszinierenden Dialog zwischen zwei Frauen, zwei Generationen und zwei unterschiedlichen Frauenbildern entfaltet sich eine musikalische und emotionale Zeitreise durch das Leben des Weltstars.
Die Inszenierung verbindet Schauspiel, Musik und Revue-Elemente zu einem ebenso humorvollen wie berührenden Theaterabend. Dabei geht es nicht nur um die Karriere der Dietrich, sondern auch um zeitlose Fragen: Soll man die „Waffen einer Frau“ einsetzen, um sich durchzusetzen? Oder reicht Talent und Professionalität allein? Welche Rolle spielen Schönheit, Charisma und Persönlichkeit in einer Gesellschaft, die Frauen oft nach ihrem Äußeren beurteilt?
Begleitet von bekannten Songs und nostalgischem Showflair erzählt „Ausgerechnet Marlene“ auch von Vergänglichkeit und Selbstbehauptung. Schönheit vergeht, Persönlichkeit bleibt – diese Botschaft zieht sich wie ein roter Faden durch den Abend. Gleichzeitig würdigt das Stück Marlene Dietrich als couragierte, unabhängige Frau, die ihrer Zeit in vielerlei Hinsicht voraus war.
Besonders reizvoll ist die theatrale Idee, dass auf der Bühne scheinbar zwei Frauen miteinander sprechen, obwohl tatsächlich nur eine Darstellerin präsent ist. Dieser raffinierte Kunstgriff verleiht der Produktion zusätzlichen Charme und macht den Abend zu einem spannenden Spiel mit Realität, Erinnerung und Identität.
Die Regie übernimmt Jan-Hinnerk Arnke, unterstützt von Judith Knoll als Regieassistenz. Für den Bühnenbau zeichnen Robert Simmerle und Immanuel Cadet verantwortlich. Die musikalische Begleitung am Piano übernimmt Dominik Kroll. Die technische Umsetzung liegt in den Händen von Immanuel Cadet, Philipp Beck, Vincent Broich und Andreas Friesinger. Die Produktionsleitung verantwortet Michele Jost, die Fotos stammen von Jörg Singer.
Das Stück wird im Innsbrucker Kellertheater am Adolf-Pichler-Platz 8 aufgeführt, zentral gelegen im Hinterhof des Gebäudes. Besucher erreichen das Theater bequem über die umliegende Kurzparkzone oder die Tiefgarage der Rathausgalerien. Auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln der IVB ist das Theater gut erreichbar.
Die Vorstellungen beginnen jeweils um 20:00 Uhr, die Dauer beträgt rund eineinhalb Stunden. Premiere feiert „Ausgerechnet Marlene“ am 23. Mai 2026. Weitere Aufführungen folgen vom 26. bis 30. Mai sowie am 2. bis 6., 10. bis 13. und 16. bis 20. Juni 2026.
Mit „Ausgerechnet Marlene“ präsentiert das Innsbrucker Kellertheater einen musikalischen Theaterabend voller Esprit, Nostalgie und kluger Gedanken – eine Liebeserklärung an eine außergewöhnliche Frau und zugleich ein modernes Stück über Identität, Stärke und Selbstinszenierung.
Im Bild: Hannah gespielt von Anne Clausen © Innsbrucker Kellertheater