Die Südtiroler Straßenzeitung zebra. blickt nach vorne: Während die aktuelle Mai-Ausgabe gesellschaftliche Ungleichheit thematisiert, arbeitet die Herausgeberin OEW – Organisation für eine solidarische Welt bereits an einem umfassenden Relaunch der Zeitung, der bis Ende des Jahres umgesetzt werden soll.
Im Mittelpunkt der neuen Ausgabe steht die Frage, wie soziale Ungleichheit den Alltag vieler Menschen prägt. Die Redaktion zeigt anhand konkreter Beispiele auf, wie Armut und fehlende finanzielle Mittel langfristige Nachteile verstärken können – sei es im Bildungsbereich, bei der Gesundheit oder auf dem Arbeitsmarkt.
Thematisiert werden unter anderem Klassendiskriminierung im Schulalltag, die hohen Kosten für Zahngesundheit sowie die Situation sogenannter „Working Poor“ – Menschen, die trotz Arbeit kaum ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Dabei richtet zebra. den Blick nicht nur auf Probleme, sondern auch auf solidarische Initiativen und individuelle Wege aus schwierigen Lebenssituationen.
Wie gewohnt kostet die Straßenzeitung drei Euro, wobei die Hälfte direkt bei den Verkäuferinnen und Verkäufern bleibt. Rund 60 Menschen in schwierigen Lebenslagen vertreiben zebra. seit 2014 in ganz Südtirol und erhalten zusätzlich sozialarbeiterische Unterstützung und Beratung.
Parallel dazu plant die Redaktion einen umfassenden Neustart. Nach rund zehn Jahren soll die Zeitung grafisch und inhaltlich modernisiert und stärker an aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen sowie veränderte Lesegewohnheiten angepasst werden.
Ein Team innerhalb der OEW arbeitet derzeit gemeinsam mit externen Fachleuten an der Weiterentwicklung des Projekts. Ziel sei es, zebra. journalistisch und gestalterisch weiterzuentwickeln und zugleich die soziale Rolle der Straßenzeitung zu stärken.
Ein wichtiger Bestandteil des Relaunchs ist die Beteiligung der Leserinnen und Leser. Deshalb hat zebra. eine Online-Umfrage gestartet, bei der Interessierte ihre Wünsche, Kritikpunkte und Ideen einbringen können.
„zebra. ist eine Zeitung, die aus Begegnungen entsteht – auf der Straße, im Gespräch und in den Geschichten, die wir erzählen. Diese Perspektiven wollen wir auch in den Relaunch einfließen lassen“, erklärt Verena Gschnell.
Die Rückmeldungen der Leserinnen und Leser sollen helfen, die Straßenzeitung künftig noch relevanter und näher an den Bedürfnissen des Publikums auszurichten.