„Mensch sein“: Ausstellung in Klausen bis Ende Mai verlängert

Die Gemeinschaftsausstellung „Mensch sein“ im Frag – Stadtmuseum vin Klausen wird aufgrund des großen Interesses bis zum 30. Mai 2026 verlängert. Eingebettet ist die Ausstellung in das historische Ambiente des Stadtmuseums Klausen, das sich im ehemaligen Kapuzinerkloster befindet – einem Ort mit bedeutender kultureller und kunsthistorischer Vergangenheit.

Das Kloster geht auf eine Stiftung der spanischen Königin Maria Anna von Spanien zurück und beherbergt einen der bemerkenswertesten Kunstschätze der Region: den sogenannten Loretoschatz. Diese um 1700 entstandene Sammlung umfasst kostbare Paramente, religiöse Objekte, Gemälde und weitere Kunstwerke, die größtenteils aus Werkstätten spanischer und italienischer Künstler des 16. und 17. Jahrhunderts stammen. Der Bestand gilt als einzigartiges Zeugnis barocker Frömmigkeit und europäischer Kunstverflechtung.

Über den Kreuzgang gelangt man zudem in die Kapuzinerkirche, die zwischen 1699 und 1701 errichtet wurde. Ihre Altargemälde zählen zu den künstlerischen Höhepunkten des Gebäudekomplexes: Sie stammen vom lombardischen Maler Paolo Pagani und wurden von der Großherzogin Dorothea von Parma gestiftet.

In diesem besonderen historischen Kontext entfaltet die aktuelle Ausstellung ihre Wirkung: Drei zeitgenössische Künstlerinnen – Ottavia Demetz, Annamaria Grisi und Anna Maria Mayr – setzen sich auf unterschiedliche Weise mit dem Thema „Mensch sein“ auseinander. Ihre Werke treten in einen spannenden Dialog, der Fragen nach Identität, Körper, Erinnerung und Emotion in den Mittelpunkt rückt.

Ottavia Demetz arbeitet vor allem zeichnerisch und entwickelt ihre Werke in einem intensiven, oft wochenlangen Prozess, insbesondere durch das Zeichnen am lebenden Modell. Annamaria Grisi verbindet Malerei mit textilen Materialien und erschafft poetische Bildwelten zwischen Erinnerung und Natur. Anna Maria Mayr wiederum wählt einen abstrakten Zugang: Ihre farbintensiven Hinterglasbilder laden ohne Titel zu einer unmittelbaren, persönlichen Auseinandersetzung ein.

Ein besonderer Höhepunkt erwartet die Besucher am Sonntag, 17. Mai 2026, im Rahmen des Internationaler Museumstag. An diesem Tag ist das Museum ausnahmsweise geöffnet – von 9.30 bis 12.30 Uhr sowie von 14.30 bis 17.00 Uhr – und der Eintritt ist frei.

Regulär kann die Ausstellung von Dienstag bis Samstag jeweils von 9.30 bis 12.00 Uhr und von 15.30 bis 18.00 Uhr besucht werden, während sonn- und montags geschlossen bleibt.

Die Verbindung aus zeitgenössischer Kunst, historischer Architektur und bedeutendem Kulturerbe macht den Besuch zu einem vielschichtigen Erlebnis – zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen individueller Wahrnehmung und kollektiver Erinnerung.

Foto/© Grisi A