Tag der Arbeit: Faire Löhne als Schlüssel gegen Abwanderung

Bozen – Zum Tag der Arbeit richtet die Vorsitzende der Sozialen Mitte der Südtiroler Volkspartei, Gabi Morandell, einen eindringlichen Appell an Politik, Wirtschaft und Sozialpartner: Arbeit müsse wieder die Grundlage für ein leistbares Leben in Südtirol sein.

Im Zentrum ihrer Botschaft steht die wachsende Diskrepanz zwischen steigenden Lebenshaltungskosten und stagnierenden Löhnen. Besonders junge Menschen und Familien geraten zunehmend unter Druck: Mieten, Energiepreise und alltägliche Ausgaben steigen kontinuierlich, während die Einkommen oft nicht im gleichen Maß mitwachsen. Die Folge sei eine zunehmende Abwanderung von Fachkräften – ein Trend, der laut Morandell bereits spürbar ist und langfristig die wirtschaftliche Entwicklung des Landes gefährdet.

Die Soziale Mitte fordert daher eine klare Neuausrichtung der Lohnpolitik. Einkommen müssten stärker an die realen Lebensbedingungen angepasst werden, gleichzeitig brauche es konkrete Maßnahmen auf Landesebene, um Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gezielt zu entlasten. Auch Unternehmen sieht Morandell in der Verantwortung: Faire und wettbewerbsfähige Löhne seien kein freiwilliger Bonus, sondern eine zentrale Voraussetzung, um qualifizierte Mitarbeiter zu halten und Perspektiven zu schaffen.

Neben der Entlohnung nennt Morandell weitere Faktoren für einen zukunftsfähigen Arbeitsmarkt: attraktive Karrierewege, bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie stabile Beschäftigungsverhältnisse. Besonders betont sie die Notwendigkeit, soziale Berufe aufzuwerten, die trotz hoher gesellschaftlicher Bedeutung häufig unterdurchschnittlich bezahlt werden.

Die Botschaft zum Tag der Arbeit ist klar: Ein funktionierender Arbeitsmarkt misst sich nicht nur an Zahlen, sondern an der Lebensrealität der Menschen. Damit Südtirol auch künftig ein attraktiver Lebens- und Arbeitsort bleibt, müsse jetzt gehandelt werden – für faire Bedingungen, echte Perspektiven und ein Leben, das sich auch mit Arbeit finanzieren lässt.

Im Bild: Gabi Morandell