Gesundheit im Fokus: Austausch zwischen Südtirol und Österreich zu Zukunftsfragen der Medizin

Wien – Gesundheitslandesrat Hubert Messner und Ressortdirektor Michael Mayr waren am 20. April zu politischen Gesprächen in Wien zu Gast. Auf dem Programm standen ein Treffen mit der österreichischen Gesundheitsministerin Korinna Schumann sowie ein Besuch der Österreichischen Ärztekammer. Im Mittelpunkt standen aktuelle und künftige Herausforderungen im Gesundheitswesen.

Beim Gespräch mit Ministerin Schumann wurden zentrale Themen wie der demografische Wandel, die zunehmende Belastung der Krankenhäuser und die Stärkung der Prävention diskutiert. Auch Fragen zu Wartezeiten, dem Zusammenspiel von öffentlicher und privater Gesundheitsversorgung sowie die steigenden Kosten für Medikamente – insbesondere im onkologischen Bereich – kamen zur Sprache.

„Viele der aktuellen Herausforderungen im Gesundheitswesen sind in Südtirol und Österreich sehr ähnlich gelagert. Umso wichtiger ist es, im Austausch zu bleiben, voneinander zu lernen und gemeinsam Lösungen weiterzuentwickeln“, betonte Landesrat Messner. Besonders Prävention und eine gezielte Entlastung der Krankenhäuser würden in Zukunft noch stärker an Bedeutung gewinnen.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf neuen Versorgungsmodellen. In Österreich wird zunehmend auf sogenannte Primärversorgungseinheiten gesetzt – größere, multiprofessionelle Gemeinschaftspraxen, in denen verschiedene Gesundheitsberufe zusammenarbeiten. Ergänzend dazu sind Pilotprojekte mit Pflege- und Therapiepraxen geplant, in denen verstärkt nichtärztliches Personal eingebunden wird. Auch der Ausbau tagesklinischer Strukturen sowie digitale Anwendungen im Gesundheitsbereich wurden thematisiert.

Am Nachmittag führten Messner und Mayr ihre Gespräche in der Österreichischen Ärztekammer fort. Gemeinsam mit der Präsidentin der Südtiroler Ärztekammer, Astrid Marsoner, trafen sie den Präsidenten der Österreichischen Ärztekammer, Johannes Steinhart, sowie Kammeramtsdirektor Lukas Stärker.

Im Zentrum des Austausches stand die Facharztausbildung nach österreichischem Modell, die in Südtirol seit Jahren erfolgreich umgesetzt wird. Die Beteiligten betonten den hohen Stellenwert dieser praxisnahen Ausbildung, die wesentlich zur Sicherung der medizinischen Versorgung beitrage. „Die Facharztausbildung nach österreichischem Modell ist für Südtirol ein absolutes Erfolgsmodell“, erklärte Messner. Sie ermögliche es, medizinischen Nachwuchs gezielt im Land auszubilden und so die Qualität und Stabilität des Gesundheitssystems langfristig zu sichern.

Derzeit absolvieren 228 Ärztinnen und Ärzte ihre Facharztausbildung im Südtiroler Sanitätsbetrieb, verteilt auf alle sieben Krankenhäuser und zahlreiche medizinische Fachrichtungen.

Foto, Kammeramtsdirektor Lukas Stärker (im Bild von links), die Präsidentin der Südtiroler Ärztekammer, Astrid Marsoner, der Präsident der Österreichischen Ärztekammer, Johannes Steinhart und Gesundheits-Landesrat Hubert Messner/c-LPA/Ressort für Gesundheitsvorsorge und Gesundheit