Bozen – Die Gehaltsverhandlungen im Südtiroler Bildungsbereich bleiben politisch heikel. Für das Haushaltsjahr 2026 stehen zwar acht Millionen Euro zur schrittweisen Annäherung der Lehrergehälter zwischen den verschiedenen Schulstufen bereit, doch die Umsetzung hängt weiterhin in der Schwebe. Grund dafür ist das Ausbleiben einer Einigung zwischen den Gewerkschaften über die konkrete Verteilung der Mittel.
Personallandesrätin Magdalena Amhof macht deutlich, dass die Auszahlung nicht automatisch rückwirkend erfolgen kann. „Es gibt bislang keine grundsätzliche Einigung der Gewerkschaften. Daher werden Gehaltsanpassungen erst ab dem Zeitpunkt der Einigung wirksam“, so Amhof.
Bereits im August 2025 hatte die Landesregierung eine weitreichende Absichtserklärung beschlossen. Insgesamt 110 Millionen Euro wurden für Gehaltsverhandlungen im Bildungssektor vorgesehen. Ein zentrales Element dabei: Eine rückwirkende Auszahlung ab 1. Januar 2026 – allerdings nur unter der Bedingung, dass bis 31. März 2026 eine Einigung erzielt wird.
„Die Gehaltstabellen wurden den Gewerkschaften am 7. Februar übermittelt“, erklärt Amhof. Zwar habe sich bei der geplanten durchschnittlichen Reallohnerhöhung von rund 400 Euro pro Kopf und Monat eine Annäherung abgezeichnet, „doch eine endgültige Einigung kam nicht zustande“. Deshalb habe man zumindest dieser Komponente der rückwirkenden Auszahlung zugestimmt.
Deutlich schwieriger gestaltet sich hingegen die zweite Baustelle: die strukturelle Angleichung der Gehälter zwischen den Schulstufen. „Die letzten Gespräche haben gezeigt, dass ein tragfähiger Vorschlag seitens der Gewerkschaften kurzfristig nicht zu erwarten ist“, so die Landesrätin. Die Positionen seien weiterhin deutlich auseinander.
Die Landesregierung setzt damit ein politisches Signal: Finanzielle Mittel stehen bereit, sollen jedoch nicht unbegrenzt blockiert werden. Man wolle handlungsfähig bleiben und gleichzeitig Druck auf die Sozialpartner ausüben, rasch zu einer Lösung zu kommen.
Hinter den Kulissen wird der Konflikt zunehmend auch als Systemfrage diskutiert: Einerseits der Anspruch auf eine nachhaltige Gehaltsangleichung im Bildungsbereich, andererseits die Schwierigkeit, in einem fragmentierten Verhandlungssystem rasch tragfähige Kompromisse zu erzielen.
Klar ist: Ohne Einigung bleibt ein Teil der vorgesehenen Mittel vorerst wirkungslos – und der politische Druck auf alle Beteiligten steigt weiter.
Foto/c-LPA/Peter Daldos