Bruneck bleibt Bildungsstandort – Lehre wandert, Forschung wird gestärkt

Die Zukunft des Hochschulstandorts Bruneck nimmt konkrete Formen an. Nachdem das Thema bereits bei der Sondersitzung der Landesregierung im Pustertal diskutiert worden war, hat sich die Landesregierung am 17. April nun intensiv mit den nächsten Schritten befasst – mit klaren Weichenstellungen für die kommenden Jahre.

Bildungs- und Forschungslandesrat Philipp Achammer stellte im Rahmen einer Pressekonferenz die zentralen Entscheidungen vor und betonte: Der Standort Bruneck bleibt bestehen, allerdings mit einer neuen inhaltlichen Ausrichtung. So wird die universitäre Lehre ab dem Studienjahr 2027/28 nach Bozen verlegt. Konkret betrifft dies den Bachelor- und Masterstudiengang „Tourismus-, Sport- und Eventmanagement“, der künftig in der Landeshauptstadt angesiedelt sein wird.

Hintergrund der Entscheidung ist vor allem die rückläufige Zahl an Studierenden: Derzeit sind rund 240 Studierende in Bruneck eingeschrieben – etwa ein Drittel weniger als noch vor zehn Jahren. Die Verlagerung soll daher Synergien bündeln und die Effizienz im universitären Betrieb steigern.

Gleichzeitig wird der Bildungsstandort Bruneck aber keineswegs geschwächt – im Gegenteil: Mit dem Aufbau einer neuen Fachhochschule im Bereich Hotellerie erhält die Stadt ein innovatives Ausbildungsangebot mit Zukunftspotenzial. Die geplante Einrichtung „New Hospitality“, angesiedelt im NOI Techpark Bruneck, soll sich gezielt mit den Herausforderungen der modernen Hotellerie auseinandersetzen und gilt als erste ihrer Art in Südtirol und Italien.

Das Projekt entsteht in Zusammenarbeit zwischen der Freie Universität Bozen und dem MCI Innsbruck, während die Koordination bei der Landeshotelfachschule Bruneck liegt. Der Start des Lehrbetriebs ist bereits für Herbst 2027 vorgesehen.

Parallel dazu bleibt die Universität in Bruneck als Forschungsstandort präsent und wird sogar weiter ausgebaut. Im NOI Techpark ist unter anderem ein neues Labor für industrielle Computertomografie geplant, das das bestehende Forschungsteam im Bereich „Sustainable Manufacturing“ ergänzen soll. Ziel ist es, den Standort Bruneck auch im Forschungsbereich weiter zu stärken und international sichtbarer zu machen.

Darüber hinaus plant das Land zusätzliche Investitionen in den Bildungsbereich vor Ort. Neben der neuen Fachhochschule sollen insbesondere die Ausbildungsangebote in den Sozialberufen ausgebaut werden. Bereits ab Herbst wird ein duales Ausbildungsmodell starten, weitere Programme sind in Vorbereitung.

Die Neuausrichtung zeigt: Bruneck bleibt ein wichtiger Bildungs- und Forschungsstandort, auch wenn sich die Schwerpunkte verschieben. Mit einer Kombination aus spezialisierter Ausbildung, angewandter Forschung und neuen Bildungsangeboten soll die Stadt langfristig gestärkt und zukunftsfähig aufgestellt werden.

Im Bild: Philipp Achammer/c – Fabio Brucculeri