Die Soziale Mitte der Südtiroler Volkspartei hat scharfe Kritik an den jüngsten Aussagen der Oppositionspartei Süd-Tiroler Freiheit zur Verteilung von 94 Flüchtlingsfamilien in Südtirol geübt. In einer Stellungnahme wirft sie der Opposition vor, gezielt Ängste zu schüren und die gesellschaftliche Debatte bewusst zu polarisieren.
Im Zentrum der Kritik steht der Umgang mit einem Integrationsprojekt, das bereits im Oktober 2025 gemeinsam mit Gemeinden und dem Gemeindenverband beschlossen wurde. Ziel sei es, die Unterbringung von Flüchtlingsfamilien gerechter auf mehrere Gemeinden zu verteilen und insbesondere die Überlastung der Landeshauptstadt Bozen zu verringern.
Die Vorsitzende der Sozialen Mitte, Gabi Morandell, findet deutliche Worte: „Es ist erschütternd zu sehen, wie hier auf dem Rücken von Familien, Müttern und Kleinkindern politisches Kleingeld gesammelt wird.“ Es gehe nicht um abstrakte Zahlen, sondern um Menschen mit regulärem Aufenthaltsstatus, die bereits in Südtirol leben, teilweise arbeiten und Anspruch auf menschenwürdige Unterbringung hätten.
Die SVP-interne Gruppierung betont, dass es sich bei den Betroffenen um 94 Familien mit dauerhaftem Bleiberecht handelt, von denen einige bereits berufstätig sind. Viele lebten derzeit unter schwierigen Bedingungen oder getrennt voneinander. Ziel des Projekts sei es daher, stabile Wohnverhältnisse zu schaffen und Integration strukturiert zu gestalten.
Gleichzeitig weist die Soziale Mitte zentrale Vorwürfe der Opposition zurück: Weder würden Einheimische benachteiligt, noch würden sozial Schwächere auf Wartelisten zurückgestuft. Zudem beteiligten sich die Familien finanziell am Integrationsprojekt und unterlägen klar definierten Integrationspflichten.
„Wer hier den Eindruck erweckt, Einheimische würden benachteiligt, stellt die Realität bewusst auf den Kopf“, so Morandell. Solche Darstellungen dienten ausschließlich dazu, Verunsicherung zu erzeugen, ohne konkrete Lösungen anzubieten.
Die SVP-Mitte unterstreicht, dass Integration nur dann gelingen könne, wenn sie geordnet und solidarisch organisiert werde. „Integration funktioniert nicht, wenn man Menschen sich selbst überlässt, sondern wenn Verantwortung übernommen wird und klare Regeln gelten“, erklärt Morandell weiter.
Abschließend richtet die Soziale Mitte einen deutlichen Appell an die politische Konkurrenz: Wer funktionierende Ansätze schlechtrede, um Integration grundsätzlich zu verhindern, handle nicht im Interesse des Landes.
Im Bild: Gabi Morandell