Austausch, Zusammenhalt und neue Impulse: Tourismus im Eisacktal/Wipptal stellt die Weichen für die Zukunft

Brixen wurde kürzlich zum Treffpunkt für engagierte Stimmen aus dem Tourismus: Im Millanderhof versammelte der Hoteliers- und Gastwirteverband (HGV) die Ortsausschüsse des Bezirks Eisacktal/Wipptal zu einer intensiven Arbeitssitzung, bei der Austausch, Vernetzung und Zukunftsfragen im Mittelpunkt standen.

Zahlreiche ehrenamtliche Funktionärinnen und Funktionäre nutzten die Gelegenheit, um aktuelle Entwicklungen aus erster Hand zu diskutieren und gemeinsam Perspektiven für die Branche zu entwickeln. Bezirksobmann Helmut Tauber eröffnete die Versammlung mit einem klaren Appell: Solche Treffen seien unverzichtbar, um Stimmungen aus den Betrieben aufzunehmen und den Zusammenhalt innerhalb des Sektors zu stärken.

Dabei wurde auch deutlich, wie wichtig erfolgreiche Initiativen für die Identität der Region sind. Projekte wie die „Eisacktaler Kost“ zeigen exemplarisch, wie regionale Küche nicht nur als kulinarisches Aushängeschild fungiert, sondern gleichzeitig Gemeinschaft schafft und die Zusammenarbeit unter den Betrieben fördert. Zugleich sprach Tauber eine der größten Herausforderungen offen an: den Fachkräftemangel. Entscheidend sei es, junge Menschen frühzeitig für den Tourismus zu begeistern und ihnen konkrete Perspektiven aufzuzeigen. Erste praktische Erfahrungen in den Betrieben könnten dabei eine Schlüsselrolle spielen.

Einen umfassenden Überblick über die aktuellen Themen auf Landesebene gab HGV-Präsident Klaus Berger. Er unterstrich die zentrale Bedeutung des Ehrenamts und würdigte den Einsatz der Funktionärinnen und Funktionäre, die als Bindeglied zwischen Verband und Betrieben fungieren. Als wichtigen Fortschritt hob Berger die Anpassung der Förderkriterien für Dorfgasthäuser hervor: Künftig können zwei Betriebe pro Gemeinde unterstützt werden – ein klares Signal für die Aufwertung dieser Häuser als soziale Treffpunkte im ländlichen Raum.

Darüber hinaus standen strukturelle Zukunftsthemen im Fokus, darunter die Schaffung von Mitarbeiterunterkünften sowie die gezielte Nutzung staatlicher Förderprogramme, insbesondere in den Bereichen Digitalisierung und Künstliche Intelligenz. Themen, die nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit sichern, sondern auch neue Chancen für Innovation und Effizienz eröffnen.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der internen Weiterentwicklung des Verbandes. Benedikt Werth, Leiter der Verbandsentwicklung im HGV, präsentierte einen neuen Funktionärsleitfaden, der die Arbeit in den Ortsgruppen stärken und die Zusammenarbeit weiter verbessern soll. Ziel ist es, Motivation, Vernetzung und Professionalität auf lokaler Ebene gezielt zu fördern.

Im Rahmen einer Umfrage brachten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Erfahrungen, Herausforderungen und Ideen aktiv ein. Dabei ging es nicht nur um aktuelle Probleme, sondern auch um neue Formate und Weiterbildungsmöglichkeiten, die den Verband zukunftsfähig machen sollen.

Die Versammlung in Brixen hat einmal mehr gezeigt: Ein offener Dialog, starke Netzwerke und praxisnahe Unterstützung sind die Basis für eine erfolgreiche Interessenvertretung im Tourismus. In einer Zeit des Wandels setzt der HGV damit bewusst auf Zusammenarbeit – und auf die Kraft gemeinsamer Lösungen.

Im Bild von links: Stephanie Dissertori, Leiterin der Stabsstelle Ehrenamtsmanagement, HGV-Gebietsobmann Simon Stolz, HGV-Bezirksobmann Helmut Tauber, HGV-Präsident Klaus Berger, Reinhold Schlechtleitner, Bezirkskoordinator des HGV-Bezirkes Eisacktal/Wipptal und Benedikt
Werth, Leiter der Verbandsentwicklung im HGV