Am Freitag, den 27. März 2026, steht in Lana nicht nur ein neues Buch im Mittelpunkt, sondern auch eine Frage von bleibender kultureller und gesellschaftlicher Bedeutung: Wie erinnert man angemessen an Krieg, Opfer und Geschichte?
Im Schützenheim in der Kirchweg 3a wird um 19.30 Uhr das Werk von Heinrich Kainz vorgestellt. Der Band widmet sich den Gefallenendenkmälern und Soldatenfriedhöfen in Südtirol sowie im Bellunesischen und dokumentiert auf rund 270 Seiten etwa 250 Gedenkstätten. Unterstützt wird die Veranstaltung vom Heimatschutzverein Lana sowie der Schützenkompanie Franz Höfler Lana.
Das Buch versteht sich nicht als reine Sammlung historischer Daten, sondern als visuelles und inhaltliches Archiv des Gedenkens. Es führt durch Orte, die im Alltag oft übersehen werden, denen jedoch eine zentrale Rolle im kollektiven Gedächtnis zukommt. Gefallenendenkmäler und Soldatenfriedhöfe stehen dabei nicht nur für die Opfer der beiden Weltkriege, sondern auch für weiter zurückliegende historische Einschnitte wie den Freiheitskampf von 1809.
Die Publikation rückt die Erinnerungskultur in den Fokus und stellt diese zugleich als gesellschaftliche Verpflichtung dar. Gedenken, so die zugrunde liegende Haltung des Werkes, ist mehr als ein rückwärtsgewandter Akt: Es ist ein bewusstes Zeichen von Respekt gegenüber den Verstorbenen und ein Auftrag, Verantwortung für Gegenwart und Zukunft zu übernehmen.
Eine der im Buch enthaltenen Widmungen bringt diesen Anspruch auf den Punkt: das Andenken an jene zu bewahren, die im Ersten Weltkrieg ihr Leben verloren haben. Damit reiht sich das Werk in eine lange Tradition regionaler Erinnerungsliteratur ein, die versucht, historische Ereignisse nicht nur zu dokumentieren, sondern auch emotional und kulturell erfahrbar zu machen.
Gerade in einer Zeit, in der historische Bezüge und kollektive Erinnerungen zunehmend im Spannungsfeld unterschiedlicher Deutungen stehen, gewinnt eine solche Veröffentlichung zusätzliche Relevanz. Sie lädt dazu ein, sich mit sichtbaren und unsichtbaren Spuren der Vergangenheit auseinanderzusetzen – und mit der Frage, wie Erinnerung im öffentlichen Raum erhalten und weitergegeben wird.
Die Buchvorstellung in Lana bietet somit nicht nur Einblicke in ein umfangreiches Werk, sondern auch Anlass zur Reflexion über den Stellenwert von Geschichte, Gedenken und Verantwortung in der heutigen Gesellschaft.