
Bozen/Meran – Die Süd-Tiroler Freiheit nutzt aktuelle Zahlen aus einer Beantwortung einer Landtagsanfrage, um erneut ihre Forderung nach mehr bzw. vollständiger Finanzautonomie für Südtirol zu bekräftigen. Laut Landeshauptmann Arno Kompatscher belaufen sich die offenen Forderungen des Landes gegenüber dem Staat und anderen Körperschaften zum Stichtag 31. Dezember 2025 auf rund 971 Millionen Euro.
Ein wesentlicher Teil dieser sogenannten aktiven Rückstände entfällt auf das Mailänder Abkommen sowie auf die Finanzierung und Verwaltung des Straßennetzes. Weitere Posten betreffen staatliche Zuweisungen, EU-Programme sowie kleinere Beträge, etwa aus Rundfunkgebühren oder gegenüber anderen Körperschaften.
Der Landtagsabgeordnete Bernhard Zimmerhofer sieht in diesen Zahlen ein strukturelles Problem. Für seine Bewegung sei die hohe Summe ein weiterer Beleg für eine aus ihrer Sicht bestehende finanzielle Abhängigkeit Südtirols vom Staat. Zimmerhofer fordert in diesem Zusammenhang erneut eine vollständige finanzielle Eigenständigkeit des Landes und warnt vor einer zu starken Verflechtung mit Rom.
Kritik übt die Süd-Tiroler Freiheit auch an einzelnen Regelungen auf kommunaler Ebene, insbesondere im Zusammenhang mit der Vergabe von Schrebergärten in Meran. Gemeinderat Hannes Widmann beanstandet die geltenden Zuteilungskriterien als zu restriktiv und sozial selektiv.
Nach den derzeitigen Vorgaben müssen Interessierte in ein festgelegtes Raster passen, etwa hinsichtlich Altersgrenzen oder familiärer Situation. Laut Widmann würden dadurch bestimmte Bevölkerungsgruppen – etwa Singles oder Familien mit älteren Kindern – benachteiligt. Er spricht von einer Praxis, die für viele Bürgerinnen und Bürger faktisch keinen Zugang zu den begehrten Gartenflächen ermögliche und wirft der Gemeinde eine mögliche Ungleichbehandlung vor.
Die Süd-Tiroler Freiheit fordert daher sowohl auf Landes- als auch auf Gemeindeebene mehr Transparenz und fairere Rahmenbedingungen bei der Vergabe öffentlicher Ressourcen. Öffentliche Leistungen müssten nach ihrer Auffassung so organisiert sein, dass sie für möglichst breite Bevölkerungsschichten zugänglich sind und keine Gruppen ohne sachliche Begründung ausgeschlossen werden.
Insgesamt verbindet die politische Bewegung beide Themenfelder – die staatlichen Finanzrückstände und die kommunale Vergabepraxis – mit ihrer grundsätzlichen Forderung nach mehr Eigenständigkeit und klareren, aus ihrer Sicht gerechteren Regelungen im Umgang mit öffentlichen Mitteln und Gütern.
Im Bild: Bernhard Zimmerhofer