Glanzvolle Ehrungen für Innsbrucker Wissenschaft: Quanten, Gebirgsseen und Geisteswissenschaften im Rampenlicht

In festlichem Rahmen in der Claudiana in Innsbruck wurden am 2. März die diesjährigen Preise der Stiftung Südtiroler Sparkasse verliehen – ein Abend, der einmal mehr die Vielfalt und Exzellenz der Innsbrucker Forschung ins Rampenlicht rückte. Im Mittelpunkt standen die beiden Wissenschaftspreise für außergewöhnliche Forschungsleistung, die in diesem Jahr an den Physiker Helmut Ritsch und den Limnologen Ruben Sommaruga gingen.

Ritsch, Professor für Theoretische Physik, wurde für seine bahnbrechenden Arbeiten in der Quantenoptik ausgezeichnet. Seit über 30 Jahren leitet er die Forschungsgruppe für Quantenoptik und Hohlraum-Quantenelektrodynamik, und seine Studien zu ultrakalten Gasen und der quantenphysikalischen Kopplung von Licht und Materie haben weitreichende Anwendungen in der Quanteninformationstheorie und Präzisionsmessungen gefunden.

Sommaruga, Professor für Limnologie, wurde für seine Forschungen zu Gebirgsgewässern geehrt. Seit Jahrzehnten untersucht er, wie aquatische Ökosysteme auf die Herausforderungen des Klimawandels reagieren. Von den Alpen bis nach Grönland verfolgt er, wie sich Organismen an extreme Umweltbedingungen anpassen und wie Hochgebirgsseen auf globale Veränderungen reagieren – Forschung, die von lokaler Relevanz bis hin zu globaler Bedeutung reicht.

Neben den beiden Spitzenforschern wurden auch drei aktuelle Forschungsleistungen ausgezeichnet: Monika Cziferszky für ihre Arbeit zur Massenspektrometrie metallhaltiger pharmazeutischer Wirkstoffe, Federica Malfatti für ihre philosophische Analyse sozialer Verstehensprozesse und Thomas Wegmann für seine literaturwissenschaftliche Untersuchung des Begriffs des „Wohnens“.

Vizerektor Gregor Weihs betonte in seiner Ansprache die Bedeutung solcher Ehrungen: Sie seien nicht nur Anerkennung für exzellente Forschung, sondern auch ein Signal für die Gesellschaft, wie wertvoll Wissenschaft für die Weiterentwicklung von Wissen und Kultur ist. Stiftungspräsident Stefan Pan würdigte die langjährige Zusammenarbeit mit der Universität Innsbruck und hob hervor, wie diese Preise helfen, die vielfältigen Facetten der Forschung sichtbar zu machen – von der Physik über die Ökologie bis zu Philosophie und Literatur.

Der Abend zeigte, wie unterschiedlichste Disziplinen in Innsbruck miteinander verbunden sind: während Ritsch das Unsichtbare im Mikrokosmos erforscht, deckt Sommaruga die Geheimnisse der Naturgewässer auf, und Cziferszky, Malfatti und Wegmann tragen dazu bei, dass pharmazeutische, philosophische und literarische Erkenntnisse gleichermaßen gewürdigt werden. Ein eindrucksvolles Zeugnis dafür, dass Spitzenforschung nicht nur auf Labore oder Bergseen begrenzt ist, sondern die gesamte Gesellschaft bereichert.

Im Bild: die Preisträger Ruben Sommaruga und Helmut Ritsch mit Stiftungspräsident Stefan Pan (l.) und Vizerektor Gregor Weihs (r.)/c-Milka Photography