Bozen – Das Südtiroler Archäologiemuseum lädt zu einer besonderen Gelegenheit ein: Am Dienstag, den 3. März 2026, um 18 Uhr führen die Kuratoren Günther Kaufmann und Andreas Putzer persönlich durch die Sonderausstellung UNDER PROPAGANDA – Archäologie zwischen Krieg und Frieden. Die Ausstellung widmet sich einem sensiblen Kapitel regionaler Geschichte und beleuchtet, wie politische Umbrüche des 20. Jahrhunderts Archäologie, Denkmalpflege und Museumsarbeit in Südtirol beeinflussten.
Die Führung gibt vertiefende Einblicke in die Konzeption der Ausstellung, die Hintergründe der Forschung und die Geschichte der ausgestellten Objekte. Viele Funde werden erstmals öffentlich gezeigt und werden nach heutigen wissenschaftlichen Kriterien neu bewertet. Interaktive Stationen mit historischen Grabungsunterlagen ermöglichen zusätzliche Perspektiven, während spezielle Angebote auch für Kinder konzipiert wurden.
Die Kuratoren betonen die Bedeutung des Themas: „Archäologie ist nie unpolitisch. Uns war wichtig zu zeigen, dass Wissenschaft nicht außerhalb ihrer Zeit steht. Gerade in Südtirol prallten Ideologien aufeinander – mit nachhaltigen Folgen für Forschung, Deutung und Erinnerungskultur“, erklären Kaufmann und Putzer.
Im Anschluss an die Führung haben Besucherinnen und Besucher bei einem kleinen Umtrunk die Möglichkeit zum Austausch.
Eine Reservierung ist erforderlich unter Tel. 0471 320112 oder 0471 320145 (Mo–Do, 9–15 Uhr) oder per E-Mail an office@iceman.it.
Die Ausstellung ist noch bis zum 8. November 2026 zu sehen und bietet damit einen umfassenden Blick auf die spannungsreiche Geschichte Südtirols im 20. Jahrhundert sowie die politischen Einflüsse auf archäologische Forschung und Erinnerungskultur.
Im Bild: Günther Kaufmann und Andreas Putzer/© Südtiroler Archäologiemuseum