Der Katholische Familienverband Südtirol (KFS) reagiert mit deutlicher Kritik auf die jüngste Entscheidung des italienischen Parlaments, den verpflichtenden Vaterschaftsurlaub nicht von zwei auf vier Monate auszuweiten. Mit Verweis auf Kosten- und Umsetzungsfragen wurde der Antrag abgelehnt – ein Schritt, der laut KFS die strukturellen Probleme zwischen Familie und Beruf erneut sichtbar macht.
„Alle reden von Vereinbarkeit, aber strukturell passiert wenig“, betont KFS-Präsidentin Sieglinde Aberham. Väter, die Zeit für ihr neugeborenes Kind nehmen möchten, sehen sich oft finanziellen Einbußen oder beruflichen Nachteilen gegenüber. Dabei sei frühe Fürsorgearbeit keine private Angelegenheit, sondern eine gesellschaftliche Investition: Sie fördere Bindung, Partnerschaft, Gesundheit und Leistungsfähigkeit der nächsten Generation.
Margareth Mair Engl, Leiterin des KFS-Fachausschusses Familienpolitik, unterstreicht: „Wer Verantwortung einfordert, muss auch die passenden Rahmenbedingungen schaffen. Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist keine Luxusfrage, sondern eine Mindestvoraussetzung für eine zukunftsfähige Gesellschaft.“
Der Verband fordert daher konkrete Maßnahmen:
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gesetzlich verankerter, bezahlter Vaterschaftsurlaub unmittelbar nach der Geburt
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ausreichende Lohnersatzleistungen ohne finanzielle Abschreckung
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arbeitsrechtliche Absicherung und Kündigungsschutz
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gesellschaftliche und politische Anerkennung aktiver Vaterschaft
Der KFS sieht in einem gut bezahlten, verpflichtenden Vaterschaftsurlaub nicht nur ein Mittel zur Gleichstellung, sondern auch einen Beitrag zur Stabilität von Partnerschaften und zur nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung. „Wer von Fachkräftemangel und Zukunftssicherung spricht, muss dort investieren, wo beides entsteht: in Familien“, so Aberham.
Die ersten Wochen nach der Geburt sind entscheidend für Bindung und partnerschaftliche Aufgabenteilung. Ohne klare gesetzliche Regelung bleibt Vaterschaftsurlaub jedoch vom Wohlwollen einzelner Arbeitgeber oder den finanziellen Möglichkeiten der Familien abhängig – ein Nachteil, der vor allem junge Familien trifft.
Abschließend betont der KFS die Bedeutung familienfreundlicher Rahmenbedingungen, um Familie, Beruf und gesellschaftliche Teilhabe dauerhaft zu ermöglichen. Frühe Fürsorgearbeit sei kein Luxus, sondern eine notwendige Investition in die Zukunft.
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